Aachen - Seniorenrätin tritt für rechtsextreme Partei an

Seniorenrätin tritt für rechtsextreme Partei an

Von: hau/gei
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Aachen. Vor sechs Jahren gründete Wilma Emmerich ihr Erzählcafé im Ostviertel. Die Nähe zur rechtsextremen Partei Pro NRW hat sie immer abgestritten, auch gegenüber den„Nachrichten“. Am Mittwoch stand das Thema in der Bürgerfragestunde des Rates auf der Tagesordnung.

Bürger Hans Dietz fragte, ob man die vom Verfassungsschutz beobachtete und als fremdenfeindlich eingestufte Kleinpartei in den weit verbreiteten Slogan „Wir sind Aachen – Nazis sind es nicht“ einbeziehen könne, und zwar als „Wir sind Aachen – Nazis und Pro NRW sind es nicht“. OB Marcel Philipp entgegnete, dass er die Einschätzung von Dietz, der für die Unabhängige Wählergemeinschaft UWG im Wahlbezirk Burtscheider Abtei antritt, teile, aber dennoch von diesem Vorschlag abraten würde, da es sich um eine zur Wahl zugelassene Partei handele.

In seiner Nachfrage ging Dietz auf Wilma Emmerich ein, die vor sechs Jahren ein Erzählcafé im Ostviertel gegründet hatte und zunächst in der AWO-Begegnungsstätte in der Schleswigstraße untergekommen war. Als Gerüchte aufkamen, dass sie Pro NRW nahestehe, führte der AWO-Vorstand ein Gespräch mit Emmerich, die auch als Seniorenrätin der Stadt Aachen tätig ist. In diesem stritt sie die Verbindung zu der Splitterpartei ab, ebenso wie in mehreren Gesprächen mit den „Nachrichten“.

Die AWO beschloss daraufhin, dass sie mit dem Erzählcafé das Begegnungszentrum verlassen müsse, weil sie sich nicht wirklich von Pro NRW distanziert habe und dies mit den Grundsätzen der Wohlfahrtsorganisation nicht zu vereinbaren sei. Das Erzählcafé kam daraufhin vorübergehend in einer Gaststätte unter und später in einem Tagestreff in der Schleswigstraße 6.

Seit Veröffentlichung der Wahlvorschläge für die Kommunalwahl ist allerdings klar, dass Wilma Emmerich im Wahlbezirk 20 (Hangeweiher) für Pro NRW antritt. Auch im Haus Schleswigstraße 6 ist sie deshalb jetzt nicht mehr willkommen, wie der Träger auf Anfrage der „Nachrichten“ mitteilte: „Wir haben die Mitarbeit beendet.“

Oberbürgermeister Philipp bestätigte die Informationen des Fragestellers Dietz, der die Hoffnung äußerte, dass die Pro-NRW-Kandidatin keine neuen Räume mehr finden werde. Philipp erklärte, er habe erst am Mittwoch von der Problematik erfahren. Die Mitgliedschaft im Seniorenrat sei, beispielsweise durch eine Satzungsänderung, nicht zu beeinflussen.

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