Senior-Experten tauschen sich erstmals aus

Von: Martina Stöhr
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Die Senior-Experten aus Aachen und Umgebung Dr. Wolfgang Schoop, Wolfgang Vogt, Dr. Gerd Albert Johnen, Annett Koch-Thoma und Michael Geurtz (v.l.) tauschen sich ertsmals aus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Wir haben drei Experten an unserer Schule und hätten gerne noch mehr“, sagt Annett Koch-Thoma, Rektorin der Gemeinschaftshauptschule (GHS) Drimborn. Ihre Schule profitiert von dem Senior Experten Service (SES), bei dem bundesweit rund 10.000 ältere Menschen ihre langjährige Berufserfahrung mit jungen Menschen teilen.

Dr. Gerd Albert Johnen ist einer von ihnen und unterstützt Schüler der Maria-Montessori-Gesamtschule und der GHS Drimborn. „Ich will meine Erfahrungen weitergeben“, sagt er und findet es wichtig, auch im Ruhestand noch aktiv zu sein. Das sei auch für das eigene Selbstbewusstsein von großer Bedeutung. An der Hauptschule Drimborn hilft er Schülern unter anderem in einem Exel-Kurs am Computer. „Dabei kommt es gar nicht so sehr darauf an, ihnen Mathe beizubringen oder Nachhilfe in Englisch zu geben“, meint Michael Geurtz, Konrektor der GHS Drimborn. Die soziale Komponente spiele eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Die Hauptschüler seien dankbar für Hilfe und Ratschläge. Im Idealfall würden die Experten also zu ständigen Begleitern der Schüler. Und diese sozialen Bindungen bereichern ganz offensichtlich auch die Experten.

Der Senior Experten Service wurde vor 30 Jahren ins Leben gerufen. Heute ist der er laut Dr. Heike Nasdala vom SES die führende Ehrenamts- und Entsendeorganisation für Fach- und Führungskräfte. Fast 200 dieser Fachleute leben in Aachen und Umgebung. Während die einen vor Ort junge Menschen in Schulen oder in der Ausbildung unterstützen, werden andere in der ganzen Welt eingesetzt. Professor Wolfgang Schoop beispielsweise unterstützt eine Imkergenossenschaft in Paraguay. Er setzt seinen Sachverstand ein, um zu einer Verbesserung der Qualität und Erhöhung der Produktion beizutragen. In Workshops arbeitet er mit der Genossenschaftsleitung und berücksichtigt bei seiner dreiwöchigen Beratungsarbeit auch ökologische und soziale Fragen.

Wolfgang Vogt war als Senior-Experte im Kosovo unterwegs. Er hat dort Schulen besucht, und den Lehrern über die Schulter geschaut. „Die Ausrüstung der Schulen ist katastrophal“, erzählt er. Und die Lehrmethoden stammten noch aus Zeiten der Diktatur. Wichtig war ihm, den Ton und die Umgangsformen an den besuchten Schulen zu verbessern.

Während vieles im Argen liege, sei eines aber positiv: Inklusion sei im Kosovov längst Realität. Schüler mit Behinderungen besuchen herkömmliche Schulen. Und es gebe durchaus Lehrer, die damit in vorbildlicher Weise zurechtkämen, so Vogt.

Jetzt setzten sich die Experten aus Aachen und Umgebung bei einer Regionaltagung in der Nadelfabrik am Reichsweg zusammen, um über ihre Arbeit zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen. Normalerweise kennen sich die Experten untereinander nicht. Erst solche Treffen bringen sie in Kontakt. Und daraus entwickle sich dann auch schon mal der eine oder andere Stammtisch, meint Dr. Heike Nasdala.

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