Aachen - Seffenter Weg: Trockenheit und Salz machen Bäume fertig

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Seffenter Weg: Trockenheit und Salz machen Bäume fertig

Von: Heiner Hautermans
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Im letzten Jahre standen sie noch in voller Pracht: Elf der Bergahorn am Seffenter Weg sind so schnell abgestorben, dass sie gefällt werden müssen. Foto: Harald Krömer

Aachen. 93.000 Bäume gibt es in Aachen, bisher sind sie lediglich auf einer Karte als Punkte verzeichnet. 36.000 davon stehen an Straßen. Vor allem letztere haben immer mehr Probleme: trockene Witterung, Salz im Winter, Bodenverdichtung. Diese drei Faktoren haben auch dazu geführt, dass am Seffenter Weg elf der dort stehenden 130 Spitz- und Bergahorn, die dicht an der Fahrbahn stehen, gefällt werden müssen.

Die Arbeiten beginnen Ende Oktober und dauern ein bis zwei Wochen. Andreas Schulz, Teamleiter Baumpflege im Stadtbetrieb, erläuterte vor Ort die Gründe für die Fällung.

Die Einschnitte seien zur Sicherung des Verkehrs notwendig. Den dort vor etwa 50 Jahren gepflanzten Ahornbäumen hat besonders die anhaltenden Hitzeperioden im Frühjahr und Sommer der letzten Jahre, Bodenverdichtungen und auch Streusalz zu schaffen gemacht. Früher seien sie auch manchmal falsch geschnitten worden, heute gehe man behutsamer damit um.

„Das führt zu einer Minderung der Vitalität. Irgendwann haben sie keine Reserven mehr, um zu reagieren.“ Mit den Bäumen sei es schnell abwärts gegangen: „Letztes Jahr waren sie noch in Ordnung.“ Der schlechte Gesamtzustand von Ahornalleen sei in nahezu allen deutschen Städten zu beobachten.

Zu den Maßnahmen, die am Seffenter Weg durchgeführt werden müssen, zählen das Entfernen von Totholz, das Schneiden des Lichtraumprofil über der Straßen, den Gehweg und den Einfahrten und das Freischneiden von Laternen und Verkehrsschildern. 11 der rund 130 Bäume dort sind jedoch so erheblich geschädigt, dass sie nicht erhalten werden können und gefällt werden müssen.

Eine Ausnahmegenehmigung zum Entfernen der durch die Baumschutzsatzung geschützten Bäume sei durch den Fachbereich Umwelt erteilt worden. Nachpflanzungen sind für das Frühjahr 2014 vorgesehen, allerdings mit einer anderen Baumart, nordamerikanischen Amber-Bäumen, die „besser mit Trockenheit und Salz umgehen können“.

Dabei wird auch ein verdichtungsstabiles Baumsubstrat eingebracht, welches wasserdurchlässiger als das bislang verwandte ist. Das heißt, das Wasser kann schneller versickern und zu den Wurzeln gelangen, der Boden wird besser belüftet und Schadstoffe wie Streusalz werden schneller ausgewaschen.

Deutlich sichtbar sind die Schäden durch parkende Autos (oder wartende Fahrgäste) an einer Haltestelle: Beide dort stehenden Bäume sind nur noch Gerippe ohne jedes Lebenszeichen. Der Seffenter Weg bleibt während der Arbeiten befahrbar.

Nächstes Jahr beginnen die Arbeiten an einem Kataster, in dem nicht nur der Standort jedes Baumes, sondern auch die Art, die Beschaffenheit, die Stelle, an der er steht (etwa Feldweg oder Ausfallstraße) und das Alter verzeichnet ist. Vier Jahre wird die Erfassung der 93.000 Bäume andauern, die Datenbasis wird etwa 800.000 Euro kosten, sie spart in den Folgejahren aber je 150.000 Euro bei der Kontrolle der Bäume.

Teamleiter Schulz verweist darauf, dass die Bilanz der Stadt positiv ist: Es wird mehr gepflanzt als gefällt. Das war allerdings nicht immer so. Es gibt 500 leere Standorte, an denen noch kein Baum nachgepflanzt worden ist.

1000 Euro pro Stück

Sie sollen nach und nach gefüllt werden, 750 bis 1000 Euro kostet jede Neuanpflanzung im Schnitt, dabei wird drei Kubikmeter Boden ausgetauscht. Dass inzwischen mehr Geld zur Verfügung steht, hängt unter anderem mit Ausgleichszahlungen von Bauherren zusammen.

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