Aachen - Seffenter Weg: „Sofortmaßnahmen” nach acht Monaten umgesetzt

Seffenter Weg: „Sofortmaßnahmen” nach acht Monaten umgesetzt

Von: Heiner Hautermans
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Die Durchfahrt für Lkw auf den Seffenter Weg ist seit Donnerstag verboten, bislang allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Nach mehr als acht Monaten wurden die Schilder endlich aufgestellt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mehr als acht Monate später: So lange hat es gedauert, bis im März im Verkehrsausschuss beschlossene „Sofortmaßnahmen” umgesetzt wurden: Am Donnerstag wurden die Lkw-Durchfahrtsverbotsschilder im Seffenter Weg aufgehängt (freilich ohne messbaren Erfolg).

Es habe durchaus einige Missverständnisse gegeben, meinte denn auch Beigeordnete Gisela Nacken während einer Pressekonferenz zum Thema Verkehrskonzept auf der Hörn, nicht zuletzt bedingt durch eine „emotional geführte Diskussion”.

Für 20.000 Euro

So seien die Schilder zwar im März beschlossen worden, zuvor aber hätten Messstationen, die per Radar die tägliche Verkehrsbelastung erfassen, installiert werden müssen - auch dies habe der Verkehrsausschuss vorgegeben. Es habe eben verhandelt und ausgesucht werden müssen, bis (für insgesamt 20.000 Euro) sieben Geräte beschafft wurden und installiert werden konnten.

Seit September sind sie in Betrieb und liefern Daten, die die Verkehrsplaner und -gutachter in ihrer Vorgehensweise bestätigt haben. Etwa auf dem Seffenter Weg. Die dortige Zählstelle kam an Werktagen zu etwa 3600 motorisierten Verkehrsteilnehmern pro Tag, weniger als man aus den Erfahrungswerten der letzten zehn Jahre erwartet hatte, die liegen bei 4500 Fahrten. „Die Belastung ist nicht so wahnsinnig groß”, wertete das Uwe Müller, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement.

Höher liege sie etwa am Soerser Weg (5000) oder in der Bismarckstraße (7000). „Was man empfindet, ist eine viel höhere Belastung als sie auf der Straße stattfindet”, kommentierte Dezernentin Nacken die „gefühlte Wirklichkeit”.

Dennoch hat man die Hände keinesfalls in den Schoss gelegt und wird ein ganzes Bündel an Maßnahmen schnüren, um die Bewohner des westlichen Stadtteils vor den von ihnen befürchteten Auswirkungen des Campus West bewahren. Wenn man bestimmte Straßen schonen wolle, müsse der Verkehr über andere geführt werden, deren Anlieger sich dann beschweren würden, warnte Beigeordnete Nacken.

Aachens auch im Zeichen schrumpfender Bevölkerung steigende Einwohnerzahl wird durch die Campusprojekte Melaten und West noch einmal deutlich nach oben gehen: um prognostizierte 9000. Noch stärker die Zahl der Arbeitsplätze: Um 7000 würden sie steigen, wenn beide nicht verwirklicht würden (der sogenannte Prognose-Nullfalll), gar um 17.000, wenn sie realisiert werden („Planfall 2015”).

Und die müssen ja irgendwie nach Melaten oder den Westbahnhof gelangen. Erwartet werden dadurch jeweils knapp 29.000 und 38.000 zusätzliche Wege pro Tag. Die sollen Richtung Innenstadt vor allem über Süsterfeldstraße und Vaalser Straße erfolgen, die innere Erschließung wird - wie berichtet - über den bogenförmigen Boulevard und die verlängerte Forckenbeckstraße erfolgen, für die ein Kreisverkehr eingerichtet wird, ein größeres Rondell kommt auch auf das Brückenbauwerk der Valkenburger Straße. Die Brücke der Melatener Straße soll nur noch für Fußgänger und Radfahrer zugänglich sein.

Bündel an Maßnahmen

Damit das Wohngebiet Hörn nicht als Schleichweg missbraucht wird, sollen eine ganze Reihe von Vorkehrungen getroffen werden. Als erste die abknickende Vorfahrt vom Seffenter Weg in die Mies-van-der-Rohe-Straße, auch die im Sofortmaßnahmenbündel im März beschlossen. Wahrscheinlich durch eine Aufpflasterung („Berliner Kissen”) soll der Verkehrsfluss in die Mies-van-der-Rohe-Straße geleitet werden, doch darüber wird der Mobilitätsausschuss am 10. Dezember erneut beraten.

Ergänzend wird auf dem Seffenter Weg Tempo 30 eingeführt, die Zufahrt vom Pariser Ring in die Valkenburger Straße für motorisierte Verkehrsteilnemer unterbunden, werden in beiden Richtungen Radarfallen auf der Halifaxstraße eingerichtet, die Schulwege dort und auf der Ahornstraße sicherer gestaltet, eine Ampel auf der Kreuzung Halifaxstraße/Mies-van-der-Rohe-Straße aufgestellt und die Zufahrt vom Pariser Ring in die Halifaxstraße auf eine Spur verengt.

In die Gesamtplanung für Campus Melaten einbezogen ist die Verknüpfung des Pariser Rings mit der Vaalser Straße, der Autobahnanschluss Laurensberg und die Umgestaltung der Claßenstraße, die je zwei Links- und Rechtsabbiegespuren in die Turmstraße erhalten soll.
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