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Schwimmhalle Ost: Es wird schwieriger, billig zu schwitzen

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
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Das Schwimmbad hat Priorität: Verluste im Saunabereich will sich die Aachener Bad & Sport gGmbH als Betreiber der Osthalle nicht leisten, um den Badebetrieb nicht zu gefährden. Foto: Harald Krömer
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Das Schwimmbad hat Priorität: Verluste im Saunabereich will sich die Aachener Bad & Sport gGmbH als Betreiber der Osthalle nicht leisten, um den Badebetrieb nicht zu gefährden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es wird schwieriger, in Aachen preisgünstig ins Schwitzen zu kommen. Mit der Schließung der Sauna in der Schwimmhalle Ost sei ein wichtiges Angebot für den kleinen Geldbeutel weggefallen, beklagt Axel Stauff. Das passe nicht so recht zur „von der Politik gern propagierte Gesundheitsvorsorge für die Bevölkerung“, findet der Aachener.

Er steht damit nicht alleine: Gleich mehrere Leserzuschriften weisen darauf hin, dass die Auswahl an gesundheitsfördernden Schwitzkisten nicht dem entspreche, was man von einer Kur- und Badestadt erwarte. Zwar gebe es in Aachen die Carolus Therme, die auch Besucher aus dem Umland zum Aufguss in die Stadt locke. Die Preise des Wellnessbetriebs an der Passstraße könne sich ein Durchschnittsrentner jedoch nicht regelmäßig leisten.

Wesentlich günstiger war es bislang in der Sauna der Osthalle. 13,50 Euro kostete der Eintritt, die Benutzung der Schwimmhalle inbegriffen. Doch zum Jahreswechsel hat der Betreiber, die gemeinnützige Aachener Bad & Sport gGmbH, den Saunabereich dichtgemacht. „Wir konnten das nicht mehr wirtschaftlich betreiben“, erklärt Geschäftsführer Heiner März. Und Verluste könne sich die Bad & Sport, hinter der als Gesellschafter der Stadtsportbund Aachen steht, nicht leisten. „Damit würden wir das Schwimmbad gefährden“.

Die Osthalle hatte die gemeinnützige GmbH 1996 von der Stadt übernommen, die das Bad damals schließen wollte. Nach Protesten aus der Bürgerschaft wurde die Lösung gefunden, dass die Stadt die Osthalle verpachtet.

Das Schwimmbad erfülle eine wichtige Funktion im Ostviertel, erklärt März, deshalb habe es eine „höhere Priorität“ als der Saunabetrieb. Sonderlich stark frequentiert sei die Sauna ohnehin nicht gewesen, berichtet der Geschäftsführer, insgesamt habe man pro Jahr rund 1500 Besucher gezählt. Rein rechnerisch kommt März damit auf durchschnittlich vier bis fünf Saunagäste täglich.

Dennoch sei der Saunabereich vor einigen Monaten noch komplett saniert worden, wundert sich Axel Stauff, „das lässt Zweifel am ökonomischen Handeln der gGmbH aufkommen“. Die kann der Geschäftsführer zerstreuen: Die Maßnahmen hätten dem Schwimmbad gegolten, „das hatte mit der Sauna nichts zu tun“. Neben der Lüftungsanlage seien auch alle Duschen saniert worden.

Die Arbeiten im nunmehr geschlossenen Saunabereich waren dennoch nicht für die Katz‘, denn die dortigen Duschen dienten auch den Nutzern des Kraftraums, in dem etwa die Sportler des Aachener Schwimmvereins trainierten. Die Kosten der Sanierung trägt zwar die Stadt als Verpächterin, doch den Betrieb muss die Bad & Sport stemmen. Um auch den Saunabetrieb aufrechtzuerhalten, hätte man die Preise deutlich anheben müssen. März: „Dann wären wir nicht mehr konkurrenzfähig.“

Und eine preisgünstige Alternative wäre die Osthalle dann auch nicht mehr gewesen. Zum gleichen Tarif konnte bis vor einigen Wochen noch im Schwertbad geschwitzt werden. Besucher Jürgen Tholl meint, dass wegen der „sozialen Preise“ für Sauna- und Thermalbadnutzung auch weniger betuchte Aachener das Schwertbad zu schätzen gewusst hätten.

Seit Anfang Dezember sei die dortige Sauna aber „zur Zeit“ geschlossen. Außer Tholl sorgen sich auch andere Besucher, dass es eine dauerhafte Schließung sein könnte. Vom Schwertbad war dazu am Dienstag auf Anfrage keine Stellungnahme zu erhalten.

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