Aachen - Schwertbad: Gespenst der Schließung ist da

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Schwertbad: Gespenst der Schließung ist da

Von: Heiner Hautermans
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Wieder gibt es Unruhe im Schwertbad. Archiv-Foto: Harald Krömer

Aachen. Im Schwertbad herrscht wieder Unruhe, sogar von Schließung ist die Rede, wenn die Arbeitnehmer nicht deutlich geringer dotierte Verträge unterschreiben. Bis zum 30. April müssen sich mehr als 100 Mitarbeiter entscheiden, ob sie auf etwa 20 Prozent ihres Gehalts verzichten – wohlgemerkt für die gleiche Arbeit.

Verdi-Sekretär Harald Meyer spricht von „inquisitorischen Mitteln“, die von der Geschäftsführung angewendet würden. In einer Versammlung sei den Mitarbeitern bedeutet worden, dass den Gesellschaftern die Schließung des Traditionshauses empfohlen werde, sollten nicht genügend Arbeitnehmer die Änderungsverträge akzeptieren.

„Das wäre eine Katastrophe für Burtscheid, wenn das vorletzte Kurbad zumacht“, sagt Gewerkschafter Meyer mit dem Hinweis auf den Verlust von dann 270 Arbeitsplätzen, die inzwischen noch beim Schwertbad existieren. Die Reha-Klinik ist zu Jahresbeginn aus dem alten Schwertbad und ehemaligen der Rheumaklinik neu formiert worden.

Im Schwertbad sind 60 Arbeitsplätze weggefallen: 36 Kündigungen wurden ausgesprochen, 24 befristete Verträge nicht verlängert. Für die Beschäftigten wurde zwischen dem Träger, der Marienhaus-Holding, und der Gewerkschaft Verdi ein Tarifvertrag ausgehalten, der sich am Öffentlichen Dienst orientiert, die Mitarbeiter kommen etwa auf 90 Prozent ÖD-Niveaus. Meyer: „Wir sind bis an die Schmerzgrenze gegangen.“

Die 106 ehemaligen Mitarbeiter der Rheuma-Klinik, deren Vergütungen etwas über dem ÖD-Niveaus gelegen haben, sollen nun neue Arbeitsverträge unterschreiben, die eine Verschlechterung um rund 20 Prozent vorsehen. Andernfalls drohe die Schließung des Hauses. Verdi-Mann Meyer: „Der Arbeitgeber scheint es ernst zu meinen.“ Dann würde sich auch das Thema eines Neubaus erledigen. Insgesamt verfügt das Schwertbad jetzt über 230 Beschäftigte, dazu kommen noch 40 Mitarbeiter einer Service GmbH, beispielsweise in der Küche.

Angst vor Arbeitsplatzverlust

Nach Darstellung des Betriebsrates ist die Unruhe in der Belegschaft wieder groß. Vorsitzender Frank Stehr: „Die Kolleginnen und Kollegen haben das Schreckgespenst des Arbeitsplatzverlustes vor Augen. Die Angst vor der Klinikschließung geht um... Wir wissen nicht, wie es weitergeht, es ist sehr viel Unsicherheit da.“ Problem für die Ex-Rheumakliniker: „Es handelt sich um Individualverträge. Jeder muss sich selbst entscheiden.“

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