Schwarz-gelbe Stoppschilder gegen Rechts

Von: Holger Richter
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Alemannias Aufsichtsratsvorsit
Alemannias Aufsichtsratsvorsitzender Meino Heyen (links) und Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp machen deutlich: Rechtsextreme Fans werden am Tivoli nicht geduldet. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Es trifft sich ganz gut, dass die Alemannia die Stadtfarben benutzt”, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp mit einem Augenzwinkern zum Alemannia-Aufsichtsratsvorsitzenden Meino Heyen, „und die Stadt die Vereinsfarben Schwarz und Gelb trägt”, fährt der OB fort.

So gibt es am Freitag keine farblichen Probleme, wenn die Alemannia und die Stadt auf dem Tivoli beim Zweitligaspiel gegen Dynamo Dresden Stoppschilder aufstellen - nämlich schwarz-gelbe mit der Aufschrift „Wir sind die Fans - Nazis sind es nicht” sowie „Rechts steht im Abseits”.

Denn so lauten die Slogans auf den Plakaten, mit denen Stadt und Klub zeigen wollen, dass sie rechtsextreme Tendenzen auf dem Tivoli nicht dulden wollen. „Wir wollen diesen Gruppierungen ein Stoppschild vor die Nase halten”, sagt OB Philipp, „und zwar ein riesengroßes, das keiner übersehen kann.”

Mit „diesen Gruppierungen” spricht Aachens Stadtoberhaupt jene Alemannia-Fans an, die in den vergangenen Monaten durch Randale untereinander den Verein bundesweit in ein schlechtes Licht gerückt haben. So schlugen rechte Alemannia-Anhänger bei den Auswärtsspielen in Dresden und Braunschweig sowie beim Heimspiel gegen Paderborn unter anderem auf Mitglieder der Aachen-Ultras ein, die sich bewusst von rechten Tendenzen unter den Fans distanziert haben.

„Da ist mir das Problem erst so richtig bewusst geworden”, sagt Meino Heyen. Anschließend sei die Stadionordnung entsprechend verschärft worden, was auch künftig im Stadion stärker kontrolliert wird, kündigt Heyen an. „Es ist unsäglich, dass der Rechtsextremismus am Tivoli aufgetaucht ist”, sagt der designierte Alemannia-Präsident, der zugleich aber betont, dass es sich dabei um ein gesamtgesellschaftliches Problem handele.

Beim Dresden-Spiel wird die Mannschaft ein entsprechendes Banner ins Stadion tragen, die Plakate werden aufgehängt, zudem gibt es Einspielungen auf der Videowand. Daneben werden Stadt und Klub die Slogans auf ihren Internet-Seiten sowie an den Werbewänden auf dem Tivoli-Vorplatz und am Elisenbrunnen zeigen. „Ausgeschlossen ist nicht, dass wir auch einmal die Citylights damit belegen werden”, sagt OB Philipp, denn mit dem Spiel am Freitag sei die Aktion keinesfalls beendet.

Zehn-Euro-Tickets im offenen Kontingent

Für das Zweitligaspiel gegen Dynamo Dresden am Freitagabend um 18 Uhr auf dem Tivoli sind bislang 13.700 Karten verkauft. Darunter sind bereits 2000 Tickets, die die Alemannia zum ermäßigten Preis von zehn Euro verkauft.

„Dieses Kontingent bleibt offen”, verspricht Alemannia-Sprecher Thorsten Pracht. Wer sich also entweder in den beiden Fan-Shops am Tivoli oder in der Pontstraße eine Karte für das Spiel kaufen möchte, oder am Freitag zur Stadionkasse geht, „wird eine Karte für zehn Euro bekommen”, so Pracht.
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