Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums gestorben

Von: mg
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Nach langer Krankheit im Alter von 59 Jahren verstorben: Der Lehrer und langjährige SPD-Ratsherr Klaus Becker. Foto: Harald Krömer

Aachen. Trauer um Klaus Becker: Der Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und langjährige SPD-Ratsherr ist am Karsamstag nach schwerer Krankheit verstorben. Anfang Juni wäre Klaus Becker 60 Jahre alt geworden.

„Klaus Becker war ein Macher im guten Sinne des Wortes.“ So würdigt Manfred Birmans, stellvertretender Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, seinen Kollegen und Weggefährten. Seit 2001 leitete Becker die Schule an der Stolberger Straße. Vertraut war das Gymnasium ihm da schon lange. Denn als junger Lehrer wurde er dort zum Studienrat ernannt und unterrichtete einige Jahre an der Schule. Pädagogik und Englisch waren seine Fächer. Aus einer Theater-AG, die Becker mit großem Erfolg leitete, entwickelte sich später das Das Da-Theater.

Klaus Becker, selbst ein Kind des Aachener Ostens, übernahm die Leitung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in einer Zeit tiefgreifenden pädagogischen Wandels. Die Schule wurde Aachens erstes Ganztagsgymnasium mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht für alle Schüler. Dafür mussten bauliche wie pädagogische Voraussetzungen geschaffen werden.

Auch beim Kampf um den Erhalt des Geschwister-Scholl-Gymnasiums stand Klaus Becker in der ersten Reihe. Als die Schließung des Gymnasiums und zwei weiterer Schulen im Ostviertel zugunsten einer neuen Gesamtschule diskutiert wurde, entwickelte Klaus Becker zusammen mit seinen Kollegen von der Hugo-Junkers-Realschule und der Hauptschule Aretzstraße den Schulverband Aachen-Ost, ein Modellprojekt, das auch über Aachen hinaus Beachtung findet.

„Seine ausgleichende Art hat dazu beigetragen, Konflikte in der Schulpolitik beizulegen und das Geschwister-Scholl-Gymnasium als attraktive Bildungseinrichtung in seinem Bestand zu sichern“, würdigt Oberbürgermeister Marcel Philipp den Verstorbenen.

„Klaus Becker sah die Notwendigkeit, das Gymnasium in einem Viertel mit hohem Migrationsanteil als Selbstverständlichkeit zu erhalten“, sagt sein Stellvertreter Manfred Birmans, „für ihn war der Begriff der Integration kein willfähriges Wort, sondern Anlass zum Handeln“.

Seit 1986 in der SPD

Der SPD gehörte Klaus Becker seit 1986 an. „Wir verlieren ein langjähriges und verdientes Mitglied“, erklärte der Aachener SPD-Vorsitzende Karl Schultheis. Von 1994 bis 2008 vertrat Becker die Sozialdemokraten im Stadtrat, von 1999 bis 2004 als stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Von 1989 bis 1995 saß er für die SPD in der Bezirksvertretung Laurensberg, ab 1991 war er dort Sprecher der SPD-Fraktion. Besonders in bildungspolitischen Fragen, so Schultheis, sei Klaus Becker „ein wichtiger Impulsgeber“ für die Aachener SPD gewesen. Sein Wort im Schulausschuss hatte Gewicht.

Klaus Becker wirkte auch im städtischen Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss sowie als Mitglied des Aufsichtsrates der Gewoge. Er vertrat die Stadt in der Landschaftsversammlung Rheinland, in der Zwecksverbandsversammlung der Sparkasse sowie im Zweckverband Städteregion Aachen, der die Gründung der Städteregion vorbereitete.

„Seine hohe Kompetenz und die stets sachliche Argumentationsführung in den Debatten wurden von allen politischen Strömungen des Rates anerkannt, seine Offenheit, Freundlichkeit und menschliche Zuwendung allseits geschätzt“, so OB Philipp. SPD-Chef Karl Schultheis würdigt die „starke emotionale Verankerung“ Beckers im Aachener Osten. „Gerade für die jungen Menschen im Ostviertel hat er sich stark gemacht.“

Der Trauergottesdienst für Klaus Becker findet am Dienstag, 16. April, ab 14 Uhr in der Grabeskirche St. Josef, Josefsplatz, statt.

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