Aachen - Schule Barbarastraße: Die Eltern haben es in der Hand

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Schule Barbarastraße: Die Eltern haben es in der Hand

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Jetzt haben die Eltern es in der Hand. Sie allein entscheiden, ob die Katholische Grundschule Barbarastraße in Rothe Erde noch eine Chance hat. Ein Beschluss des Stadtrats hatte die vorgesehene Schließung zwar bereits vergangene Woche gestoppt. Aber wenn fürs nächste Schuljahr nicht genügend Kinder an der Barbara­straße angemeldet werden, dann ist das Aus wohl nicht mehr aufzuhalten.

Offenbar liegt die Grundschule doch vielen am Herzen. Beim großen Ratschlag zur Zukunft des Standorts saßen am Mittwoch zum Beispiel Abgesandte der Schule, der Kindergärten im Viertel, der Kirche, der Vereine, der Stadtteilkonferenz, der Politik oder der Schulaufsicht am Tisch.

Die Lage allerdings ist mehr als ernst. Schon seit Jahren überlebt die KGS Barbarastraße nur noch als Teilstandort der Gemeinschaftsgrundschule Brühlstraße in Eilendorf. Und bei vielen Eltern in Rothe Erde steht sie offenbar gar nicht hoch im Kurs.

Fürs laufende Schuljahr wurden nur noch neun Kinder an der Barbarastraße angemeldet. Sie werden am Hauptstandort in der Brühlstraße unterrichtet. Erstklässler gibt es also schon jetzt nicht mehr an der Barbarastraße. Bei vielen Familien im Viertel hat das den Eindruck noch verstärkt, dass es die Schule nicht mehr lange geben wird.

Sogar der OB macht Werbung

„Werbung um jeden Preis!“ Das ist für CDU-Ratsherr Wolfgang Boen­ke, den Vorsitzenden des Schulausschusses, jetzt die Devise der Stunde. „Wir müssen die Eltern überzeugen, dass sie ihre Kinder in der Grundschule Barbarastraße anmelden“, formuliert Elke Münich, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule.

Und sogar der Oberbürgermeister schaltet sich ein. „Liebe Eltern“, schreibt Marcel Philipp, „der Stadtteil Rothe Erde benötigt unbedingt eine Grundschule für seine Kinder.“ Der OB verweist auf die Erstklässler-Anmeldefrist vom 4. bis 9. November an der Barbaraschule. Die Botschaft aus dem Rathaus soll bis zum Wochenende per Faltblatt an die Haushalte im Viertel verteilt werden. Eltern aus Rothe Erde hatten diese Aktion angeregt.

„Wir hoffen sehr, dass es gelingt, genügend Anmeldungen zusammenzubekommen“, erklärt Bernd Krott, der als schulpolitischer Sprecher der SPD an der Beratung teilnahm. 15 Kinder sind nach Angaben des städtischen Presseamts nötig, damit eine neue erste Klasse gebildet wird. Bei weniger Anmeldungen werde die Fachverwaltung prüfen, inwieweit jahrgangsübergreifender Unterricht eingeführt werden kann, heißt es seitens der Stadt.

Gretel Opitz (FDP) appelliert an die Eltern, sich persönlich ein Bild von der Schule zu machen. „Dort wird gute Arbeit gleistet“, ist sie überzeugt. „Es gibt genug Kinder im Viertel“, betont Grünen-Sprecherin Ulla Griepentrog. „Es muss gelingen, neues Vertrauen in die Schule aufzubauen.“ Wichtig sei auch, dass jetzt mit viel Phantasie Ideen entwickelt würden.

Bei der Gesprächsrunde kamen schon einige Vorschläge für ein neues Konzept auf den Tisch: Kann die Grundschule Barbara­straße durch ein Montessori-Angebot aufgewertet werden? Würde eine enge Kooperation mit dem Schulverband Aachen-Ost (Stichwort Schule von Klasse 1 bis 13) neue Anreize schaffen? Kann die Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten intensiviert werden?

Welche Kooperationen im Viertel sind sonst noch denkbar? Wie kann man die Stärken der KGS Barbarastraße auf der gemeinsamen Internetseite (www.ggs-bruehlstr.de) besser herausstellen? Die Verwaltung soll nun aus diesen und weiteren Vorschlägen ein Konzept stricken, das nach den Herbstferien beraten wird.

Bei aller Wertschätzung für den Schulstandort Barbarastraße gibt es aber auch weiterhin pessimistische Stimmen. Schulrätin Ulla Roder verweist stets drauf, dass die Versorgung mit Lehrern immer schwieriger wird, je mehr kleine Schulen und kleine Klassen es in Aachen gibt. Aus Sicht der Schulaufsicht wäre es deshalb sinnvoll, dem ursprünglichen Vorschlag der Verwaltung zu folgen und die Schule zu schließen.

Und Georg Biesing (Linke) hatte sich schon im Schulausschuss für die Aufgabe des Schulstandorts Barbara­straße ausgesprochen. „Neue Fakten haben sich nicht ergeben“, merkt er nun nach der Gesprächsrunde an.

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