Aachen - Schulbeginn wird sich wohl nicht ändern

Schulbeginn wird sich wohl nicht ändern

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Schlafforscher wissen schon lange: Der frühe Schulbeginn um 8 Uhr ist schlecht für Kinder und Jugendliche, weil er nicht ihrem biologischen Rhythmus entspricht. Ihre Leistungskurve ist um diese Zeit so niedrig wie um Mitternacht. Nicht um die Gesundheit des Nachwuchses, sondern um ein Einsparungspotenzial von 400.000 Euro bei der Aseag geht es in einer Untersuchung, in der genau diese Frage des Schulbeginns gestellt wird.

„Staffelung von Schulanfangszeiten zur Optimierung des Schul- und Linienbusbetriebs in der Stadt Aachen“ heißt das dann in Behördendeutsch. Ergebnis: Eine Entzerrung ist so kompliziert und zieht derartig viele Verwerfungen nach sich, dass die Untersuchung eingestellt werden soll. Dieses Ergebnis hat sich die Stadt 40.000 Euro kosten lassen.

Beraten wird der Punkt in der nächsten Sitzung des Schulausschusses am 28. September, für die die Verwaltung eine umfangreiche Vorlage erstellt hat. Beschlossen worden war der Prüfauftrag im September 2011 vom Mobilitätsausschuss, neben der wirtschaftlichen Optimierung der Busse wollte man auch die Qualität der Schülerbeförderung verbessern und stellte insgesamt 240.000 Euro für die Expertise bereit. In einer Voruntersuchung wurden drei Workshops eingerichtet, in denen von vorneherein die Schulleiter eng einbezogen wurden. Schnell stellte sich heraus, dass das angestrebte Ziel von 400.000 Euro nicht zu erreichen ist, weil im „Umlaufplangefüge“ der Busse kaum Reserven vorhanden sind, da „die Grundbelastung durch Berufstätige und Studenten im Zeitraum von 7 bis 8 Uhr generell sehr hoch ist“.

Maximal einzusparen sei eine Summe von 120.000 Euro gleich sechs Busse, ergab sich als Ergebnis der Voruntersuchung. Dazu müssten die Schulen in Burtscheid und Laurensberg ihren Beginn teilweise auf 7.40 Uhr vorverlegen oder 8.20 Uhr (Heinrich-Heine-Gesamtschule und Anne-Frank-Gymnasium) verschieben. 6500 Schüler wären betroffen, Lehrer und Angestellte müssten ihre Arbeitszeiten anpassen – ein erheblicher organisatorischer Mehraufwand wäre die Folge.

Außerdem sei nicht sicher, ob die Schulkonferenzen der Veränderungen zustimmten, selbst wenn die Schulleitungen zu sämtlichen Zugeständnissen bereit seien. Die größte Sorge der Direktoren aber war, dass sich die Veränderungen in Zukunft negativ bei der Schulwahl auswirken könnten. Conclusio: Die teure Untersuchung wird eingestellt, die Ergebnisse sollen den einzelnen Schulen aber „hinsichtlich anderweitiger Optimierungsmöglichkeiten“ zur Verfügung gestellt werden.

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