Aachen - Schuh-Sammelaktion für Kenia

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Schuh-Sammelaktion für Kenia

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Hat Fussballschuhe für Kenia
Hat Fussballschuhe für Kenia organisiert: Abiturient Tobias Dammers sammelte rund 200 Paar und ließ sie an die zehn- bis achtzehnjährigen NAchwuchskicker in Kisumu verteilen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Er sah all die Fußballplätze, die eigentlich keine Fußballplätze waren, steinübersät, löchrig, Betonreste lagen herum. Er sah, dass die meisten Jugendlichen aus den Slums keine Fußballschuhe besaßen und deshalb beim Spielen Wunden, Verletzungen erlitten. Dabei lagerten in seinem Keller zu Hause doch noch so viele Paar.

Tobias Dammers, 20, Abiturient aus Aachen, schrieb also eine E-Mail, um das Fußballspielen in Kisumu, Kenia, Afrika, ein bisschen schöner zu machen.

Nach seinem Abitur hätte Tobias Dammers ein Studium beginnen können, wie die Meisten in seinem Alter das ja auch machen, Journalistik in Dortmund, den Studienplatz hatte er sicher. Doch er wollte „noch etwas Anderes sehen”, so sagt Dammers das. Er schaute ins Internet und fand Angebote, eins für einen Freiwilligendienst in Kenia. Seriös wirkte das, „und dann war da der Fußballaspekt”, er, der Hobby-Fußballer bei DJK Rasensport Brand, meist Innenverteidiger, bewarb sich, und wurde genommen. Im Oktober 2011 flog Tobias Dammers nach Kenia.

Dort arbeitete er acht Monate bei der Kisumu Youth Football Association (Kyfa), einer Organisation, die den Fußball vor Ort fördert, und war zuständig für den Aufbau und die Sanierung von Fußballplätzen. Er baute Tore, legte Drainagen, säuberte die Felder. Häufig sah er die Fußballspiele der Jugendlichen, von denen 2500 in der Kyfa organisiert sind. Manche von ihnen trugen Fußballschuhe. Viele taten es nicht.

Tobias Dammers kam bei einem der Spiele diese Idee, die Zustände zu bessern: Er wollte gebrauchte Fußballschuhe aus seiner Heimat nach Kenia schaffen. In einer E-Mail erläuterte er von Kisumu aus sein Vorhaben. Mit seiner Familie, seinen Freunden und seinem Verein organisierte er eine Sammelaktion für ausgediente Treter. Hansi Mangartz, Jugendleiter bei Rasensport Brand, schrieb sogar andere Vereine an, und so kam es, dass schnell rund 200 Paar Fußballschuhe im Keller der Familie Dammers lagerten.

Jetzt mussten sie nach Kenia gelangen, was nicht ganz einfach war. Zwei Pakete mit Geschenken hatten seine Eltern ihm schon schicken wollen, zu Weihnachten und an seinem Geburtstag. Beide Pakete verschwanden am Zoll. Obendrein hätte ein Transport mehrere hundert Euro gekostet. Tobias Dammers sagt: „Meine Mutter war der Verzweiflung nahe.”

Doch etwa drei Monate nach seiner ersten E-Mail erreichten Tobias Dammers rund 150 Paar Fußballschuhe aus Aachen, gute Schuhe, Adidas, Puma, Nike. Über einen Kontakt in Kenia hatten sich Rucksacktouristen aus Deutschland gefunden, die die Treter nach Kisumu transportierten. 150 Paar Freude für Kisumu, Tobias Dammers hielt sie endlich in den Händen. Er habe nicht das Bild vom reichen Weißen vertiefen wollen, sagt Dammers, das herrsche dort ohnehin schon, und deshalb verzichtete er, die Schuhe und Trikots selbst auszuteilen. Seine Kollegen verteilten die Fußballschuhe an die zehn- bis achtzehnjährigen Fußballer in Kisumu, als Belohnung, für gute Leistungen in der Schule oder auf dem Fußballplatz.

Nicht zu beschreiben

Fragt man Tobias Dammers nach den Reaktionen der Beschenkten, nach dem Ausmaß der Freude, dann antwortet er, der junge Aachener, der das Fußballspielen in Kenia ein bisschen schöner machte: „Das kann man eigentlich nicht beschreiben.”
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