Aachen - Schüler-Union: Phillip Eischet ist neuer Landesvorsitzender

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Schüler-Union: Phillip Eischet ist neuer Landesvorsitzender

Von: Achim Kaiser
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Politisch interessiert und engagiert: Phillip Eischet ist neuer Landesvorsitzender der CDU-nahen Schüler Union. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es ist schon äußerst bemerkenswert, wenn ein 16-Jähriger sagt, dass eine Tageszeitung zum Frühstück und „Tagesschau” oder „Tagesthemen” vor dem Einschlafen ein Muss sind. „Nachrichten habe ich schon immer gerne geguckt und gelesen”, sagt Phillip Eischet.

Der junge Mann ist nicht nur sehr interessiert an Politik, er ist vor allem auch sehr engagiert in der Politik. So wurde der Aachener in Düsseldorf beim jüngsten Landesschülerforum der CDU-nahen Schüler Union (SU) mit 82 Prozent der Stimmen zum Landesvorsitzenden gewählt.

„Ich hatte lange überlegt, ob ich mich zur Wahl stellen sollte. Denn wenn ich was mache, dann auch richtig”, sagt der Schüler vom Pius-Gymnasium, der jetzt auch viele repräsentative Aufgaben in Nordrhein-Westfalen zu erfüllen hat. Und da gehen bei den Terminen und Zugfahrten vornehmlich am Wochenende etliche Stunden Freizeit drauf. „Meistens nehme ich Freunde mit, das macht dann noch mehr Spaß”, gibt der pfiffige Jungpolitiker zu Protokoll.

Zwei bis drei Stunden investiert der Christdemokrat täglich in sein „Hobby”. Bis Ende des Jahres will er noch die Aachener Schüler Union leiten, um sie dann in andere Hände zu geben. Das wäre sonst doch alles ein bisschen viel. Denn er sitzt auch im Vorstand der Walheimer CDU und im erweiterten Aachener Kreisvorstand der CDU. Und im Kommunalwahlkampf unterstützt er im CDU-Wahlkampfteam den OB-Kandidaten Marcel Philipp.

„Mensch sein und bleiben ist mir ganz wichtig”, betont der Gymnasiast und nennt ein Beispiel: „Wenn ein Freund Geburtstag feiert und gleichzeitig wäre eine Parteiveranstaltung, würde ich immer den Geburtstag vorziehen. Das Private steht nach wie vor an erster Stelle.” Dazu gehören für den 16-Jährigen auch Tennisspielen und Joggen.

Dennoch: Viele Gedanken macht er sich auch über die Politikverdrossenheit seiner Altersgenossen. Von Fernsehserien wie „Ich kann Kanzler” hält Phillip Eischet wenig: „Die Sendungen haben mir nicht gefallen. Da war viel zu viel Brimborium drumherum - so wie bei Deutschland sucht den Superstar.” Außerdem haben ihn die Kandidaten nicht überzeugt. Sein Urteil: „So kann man Jugendliche nicht für Politik begeistern.”

Vielmehr regt der überaus sympathische Teenie an, Talkshows wie Anne Will, Maybrit Illner oder aber auch seine Lieblingssendung „Hart aber fair” am darauffolgenden Nachmittag zu wiederholen: „Da sitzen die Jüngeren vor dem Fernseher.” Und diese Sendungen seien allemal besser als die x-te Ausstrahlung von Formaten wie „Richterin Barbara Salesch”.

Viele Jugendliche hätten, so der SU-Vorsitzende, das Gefühl, nichts verändern zu können. „Ich habe andere Erfahrungen gemacht”, nennt der Polit-Youngster ein Beispiel: „Als Gast im Arbeitskreis Schule der CDU-Fraktion sind meine Ausführungen mit in einen Ratsantrag eingeflossen. Dabei ging es um das Ganztagsangebot in Schulen.”

Charisma fehlt

Zudem beklagt der rhetorisch gewiefte Zeitungsfan das fehlende Charisma vieler deutscher Politiker: „Obama hat in Berlin auch viele junge Leute begeistert. Vor so vielen interessierten Zuhörern haben Merkel und Steinmeier in all den Jahren nicht gesprochen.”

Wo sind all die guten Redner vergangener Zeiten wie Franz-Josef Strauß, Herbert Wehner oder auch Helmut Schmidt, fragt Phillip Eischet und gibt die Antwort direkt selbst: „Die Parteien lassen heutzutage viel zu wenig Persönlichkeit zu. Da wird alles glattgebügelt.” Das will der - so wie er sich nennt - „junge Wilde” nicht mit sich machen lassen: „Ich will so bleiben, wie ich bin, und mehr Frische und Dynamik in die Politik bringen.”

Ein großes Projekt vor seinem Abschied als Aachener SU-Vorsitzender will er noch realisieren. Für Ende Oktober plant der 16-Jährige in Aachen eine große Diskussionsveranstaltung zum Thema Schule im Jahr 2020.

Was Phillip Eischet 2020 macht? „Ich will BWL studieren und ins Management.” Nicht Kanzler werden? „Wenn ich in der Politik bleibe, wäre die Landes- oder Bundesebene schon interessant”, lächelt er. Bis dahin wird er noch viele Tageszeitungen studiert und „Tagesthemen” geschaut haben.
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