Schüler stellen Online-Zeitung auf die Beine

Von: Martina Stöhr
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Projektleiterin Iris Vietmeyer (5. von rechts) präsentiert die ausgezeichnete Redaktion der Schülerzeitung „Brandnews“. Die Online-Zeitung der Gesamtschule Brand nutzt den Aktualitätsvorsprung gegenüber Printmedien vorbildlich, meint die Jury. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Von den Konflikten in der Türkei und der Ukraine über Interviews mit Lehrern bis hin zu den neuesten Trends in der Mode: Die Online-Zeitung „Brandnews“ der Gesamtschule Brand lässt praktisch kein Thema aus.

In einem Wettbewerb des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbands wurde sie jetzt mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Laut Jury handelt es sich um „eine vorbildliche Online-Zeitung, die den Vorteil des Aktualitätsvorsprunges gegenüber den Printmedien zu nutzen weiß“. Die Redaktion hat zwar nicht unbedingt mit der Auszeichnung gerechnet, hält sie aber selbstbewusst durchaus für verdient.

20 Schüler der zwei Literaturkurse der 12. Klasse hatten es sich vor rund einem Jahr zur Aufgabe gemacht, einen Internet-Auftritt ins Leben zu rufen. Dass daraus eine Online-Zeitung werden würde, war damals noch nicht einmal klar. „Wir wollten aber nicht nur eine Seite, die gut aussieht“, erklärt Timo Bräutigam. „Wir wollten, dass alle in der Lage sind, Artikel zu schreiben und online zu stellen.“

In einem Baukastensystem erstellten sie verschiedene Rubriken wie Sport, Kultur, Politik oder Lifestyle. Florian Junker war dafür zuständig, die eingehenden Texte hochzuladen, Korrektur zu lesen, richtig einzuordnen und auf Namen und Datum zu prüfen. Andere wie Tim Bräutigam wollten sich lieber aufs Schreiben konzentrieren. Und schreiben soll eigentlich die ganze Schule. Das ist auch der Wunsch von Iris Vietmeyer, die das Projekt als Lehrerin betreut.

Mit einem Schreibwettbewerb in den achten Klassen wollte die Redaktion auch die jüngeren Schüler ermuntern, ihre Meinung schriftlich kundzutun. „Politische Themen aus dem Munde jüngerer Schüler zu erfahren, freut uns immer besonders“, meint Timo Bräutigam. Er schätzt die Möglichkeit, seine Meinung frei und ohne Zensur äußern zu dürfen. Vorab haben sich die Schüler mit den Formen journalistischen Arbeitens vertraut gemacht. Keine Beleidigungen im Text und die Angabe der Quellen waren beispielsweise zwei der gelernten Regeln. Dass sie dann aber doch gleich mit den Folgen konfrontiert wurden, wenn man das Urheberrecht eines Fotografen missachtet, war eine schmerzhafte Lektion. Sie hatten ein Bild auf ihre Seite gehoben, ohne den Fotografen zu benennen und bekamen daraufhin Post von einem Anwalt. Das wird ihnen wohl so schnell nicht wieder passieren, meinen sie.

Übergabe an nächsten Kurs

Die Redaktion ist überzeugt, dass sie etwas auf die Beine gestellt hat, was Zukunft hat. Im kommenden Schuljahr allerdings wird sie die Online-Zeitung an den nächsten Literaturkurs der Klasse 12 übergeben. Die neuen Zeitungsmacher seien dann natürlich frei, das Erscheinungsbild des Auftritts zu verändern. Den scheidenden Redakteuren bleibt es aber unbenommen, weiterhin zu schreiben. Und wenn es einmal gleich mehrere Texte zu ein und demselben Thema gebe, sei das gar nicht schlimm, meint Timo. Gerade die unterschiedlichen Darstellungen und Sichtweisen seien ja sehr interessant.

Bleibt ihnen nur, die neue Zeitung innerhalb, aber auch außerhalb der Schule bekannt zu machen. Mit einen QR-Code, den sie ohne weitere Erklärungen in der Schule verteilt haben, sei das schon ganz gut gelungen. Wer ihn neugierig mit seinem Smartphone einscannte, gelangte direkt auf die Seite der Online-Zeitung.

Die wird jeden Montag aktualisiert. Es ist dann Florian Junkers Job, das eingegangene Material zu sichten und entsprechend einzuordnen. Mit der Leistung ihrer Schüler ist Iris Vietmeyer mehr als zufrieden. „Sie schreiben gern und sind sehr kritisch“, sagt sie. In Zukunft würde sie auch gerne noch mehr Filme in das Angebot einbinden.

Da sie selbst als Online-Redakteurin gearbeitet hat, bevor sie Lehrerin wurde, kann sie ihren Schülern auch dabei wunderbar unter die Arme greifen. Ansonsten aber ist es ihr wichtig, dass ihre Schüler selbstständig arbeiten. „Und das tun sie auch“, meint sie.

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