Aachen - Schüler setzen ein Zeichen gegen Rassismus

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Schüler setzen ein Zeichen gegen Rassismus

Von: Jule Klieser
Letzte Aktualisierung:
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„Schule ohne Rassismus”: Gemeinsam mit Ex-OB Jürgen Linden (3. von rechts), der die Patenschaft für das Projekt übernommen hat, wurde ein offizielles Schild Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Berufskolleg Lothringer Straße ist als „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” ausgezeichnet worden. Das bundesweite Projekt gleichen Namens verleiht das Prädikat an Schulen, deren Schülerinnen und Schüler gegen alle Formen von Diskriminierung aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.

In Eigeninitiative hat eine Gruppe von Schülern über 80 Prozent aller Mitschüler und Lehrer zum Mitmachen gewinnen können. Denn eine der Bedingungen, die im Projekt erfüllt werden müssen, ist das Sammeln von Unterschriften, mit denen mindestens 70 Prozent der Schulangehörigen ihre Teilnahme zusichern.

Beim Berufskolleg Lothringer Straße war das ein großer Batzen Arbeit, denn über 2000 Lernende besuchen die Schule. „Wir sind in jede Klasse gegangen und haben außerdem noch Einzelgespräche geführt, um das Projekt bekannt zu machen”, erzählte Schülersprecher Cedric Scheidt. „Wir wollen damit öffentlich ein Zeichen setzen.”

Jedermann kann von weitem sehen, dass die Schule ohne Rassismus sein will: Ein Schild mit der Auszeichnung wurde am Nebengebäude im Schulhof angebracht und ist jetzt feierlich enthüllt worden. Bei Minustemperaturen bibbernd, hielten einige Schüler während der Ansprachen neun bunte Flaggen der verschiedensten Länder in die Höhe, darunter die kroatische, vietnamesische, kurdische, türkische und albanische. Schüler dieser Nationalitäten hatten sie mitgebracht.

Noch vor Beginn der Veranstaltung hatte einer der Schüler sich geweigert, eine bestimmte Flagge zu halten. Das neu angebrachte Schild tat aber umgehend seine Wirkung und er besann sich eines Besseren.

„Für Rassismus gibt es überhaupt keinen Grund, und trotzdem gibt es Rassismus”, sagte der ehemalige OB Jürgen Linden, der die Patenschaft für das Schülerengagement übernommen hat. Für ihn sei es sehr wichtig, ohne Rassismus zu leben. „Stolz und Freude, dass das Projekt an unserer Schule Fuß gefasst hat”, brachte Schulleiter Günter Scherer zum Ausdruck, sowie „Respekt gegenüber Euch als Schüler für Eure innere Haltung”.

Ex-OB Linden ist Pate

„In der Schule erlebt man Diskriminierung. Das ist alltäglich und äußert sich zum Beispiel im Gebrauch der vielen Schimpfwörter”, findet die Schülerin Merve Canei. Wegen der zum Teil rüden Umgangsformen unter den Schülern ist die projektleitende Lehrerin Susanne Pieper auf „Schule ohne Rassismus” aufmerksam geworden. „Die Schüler machen sich keine Gedanken darüber. Sie meinen es nicht böse, wenn sie sich Schimpfwörter an den Kopf werfen”, erzählt sie.

Pieper freut sich, dass an der Schule jetzt eine besondere Sensibilität für alle Formen von Diskriminierung und Rassismus entsteht und alle ermutigt werden, sich gegen jede Form von Gewalt zu stellen. Auch in Zukunft müssen die Schüler alljährlich Projekte zu dem Thema gestalten, damit es nicht beim Schild im Schulhof bleibt.
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