Schüler erinnern an die Opfer der Nazis

Von: Marcus Erberich
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Gedenken an die Befreiung des
Gedenken an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 67 Jahren: Aachener Schüler haben sich mit dem Holocaust befasst und gestern die Ergebnisse ihrer Arbeit Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es war der 27. Januar 1945, als Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau befreiten. Viele waren nicht übrig geblieben - man geht heute davon aus, dass das NS-Regime allein dort bis zu 1,1 Millionen Menschen ermordet hat.

Es waren Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte, Andersgläubige und politische Gegner. Auschwitz wurde zum weltweiten Symbol für Völkermord.

Das ist jetzt 67 Jahre her. Damit nicht vergessen wird, was damals geschah, findet in jedem Jahr am Tag der Befreiung der Holocaust-Gedenktag statt.

Ende der 1990er-Jahre gründete sich der „Vorbereitungskreis 27. Januar” auf Initiative des Arbeitskreises „Grenzen-Los”, dem unter anderem kirchliche Weiterbildungseinrichtungen und Volkshochschulen der Region angehören.

In diesem Rahmen haben Aachener Schülergruppen verschiedenste Arbeiten angefertigt: Plakate, die demnächst im Stadtgebiet zu sehen sein werden, Vorträge, Powerpoint-Präsentationen, Videos und sogar ein Theaterstück. Die Arbeiten wurden am gestrigen Freitag der Öffentlichkeit präsentiert.

Es ging nicht bloß um Vergangenheitsbewältigung, auch der heutige Umgang mit Fremdenhass und Diskriminierung wurde in den Arbeiten beleuchtet.

Die Klasse 8C des Pius-Gymnasiums zum Beispiel hat sich im Religionsunterricht mit dem Judentum befasst und dabei festgestellt, dass es in Aachen noch keine Synagogen-Rallye gibt. Also beschlossen die Schüler, selbst eine zu entwerfen.

Schülerinnen des Mädchengymnasiums St. Ursula interviewten Jüdinnen, die seinerzeit durch das NS-Regime von ihrer Schule verwiesen wurden - und fingen dabei bewegende und zugleich erstaunliche Statements ein. „Menschen können sich ändern”, sagte ihnen eine ehemalige Schülerin, die heute in den USA lebt.

Warum zurückblicken?

Für besonderes Aufsehen sorgte die Volkshochschule Aachen. Neun Schülerinnen und Schüler, die dort gerade ihren Abschluss nachholen, spielten ein Theaterstück und beantworteten die Frage: „Warum sollten wir uns mit Dingen beschäftigen, die in der Vergangenheit liegen?”

Anhand derber Beleidigungen und nachgestellter Gewaltszenen, die so aus dem Alltag auf deutschen Schulhöfen gegriffen sein könnten, führten die Schüler den Zuschauern vor Augen, wie aktuell das Thema Diskriminierung auch heute noch ist.

Schließlich kam eine Schülerin zu dem Ergebnis: „Wir dürfen niemals vergessen, was damals geschehen ist, damit so etwas nie wieder passiert.”
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