Aachen - Schüler diskutierten mit Organisatoren von „Pulse of Europe“

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Schüler diskutierten mit Organisatoren von „Pulse of Europe“

Von: Rolf Hohl
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Engagierte Beiträge: Die Schülerinnen Janet Nwafor, Sylvia Sampson und Patricia Wiens diskutierten mit den Aachener Vertretern von „Pulse of Europe“, Beate Roderburg und Arne Bratz (rechts). Die Moderation des spannenden politischen Vormittags übernahm Thomas Thelen, stellvertretender Chefredakteur der AZ. Foto: Andreas Steindl
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„Europa abwickeln? Nein!“: Mit den blauen Ballons der jungen Bewegung „Pulse of Europe“ zeigten zahlreiche Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, dass sie sich weiter für eine solidarische und freiheitliche Zukunft des vereinten Kontinents einsetzen wollen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Normalerweise müssen sich die Teilnehmer der „Pulse of Europe“-Kundgebungen selbst an den Sonntagnachmittagen zum Katschhof aufmachen. Für das Geschwister-Scholl-Gymnasium im Aachener Ostviertel machten die Veranstalter aber einmal eine Ausnahme.

Im Vorfeld der Karlspreis-Verleihung am 10. Mai haben am Dienstag Schüler mit zwei Vertretern der Initiative gesprochen und sich später auch mit eigenen Redebeiträgen über Europa zu Wort gemeldet.

Es sei in der gegenwärtigen Situation sehr wichtig, über die Errungenschaften der europäischen Einigung zu diskutieren, wie Beate Roderburg sagte, eine der Initiatorinnen von „Pulse of Europe“ Aachen. Denn diese sei eine ähnliche wie zur Zeit des Kalten Krieges, als sich ebenfalls verschiedene politische Systeme gegenüberstanden und keine Seite mit der anderen habe reden wollen. Gerade bei so komplexen Konstrukten wie der Europäischen Union brauche es aber viele Worte, um zu erklären, wie und warum diese eben doch funktionierten.

„Wiedergeburt“ gefordert

„Pulse of Europe“-Mitorganisator Arne Bratz nahm dazu auch den designierten Karlspreisträger Emmanuel Macron in die Pflicht: „Ich hoffe, dass er die Weiterentwicklung der EU schafft – und als Bürger fordere ich das sogar. Wie es jetzt vorangeht, hängt aber auch von der deutschen Regierung ab“, sagte er. Fast zur gleichen Zeit, während in der Aula des Gymnasiums darüber diskutiert wurde, hielt der französische Präsident vor dem Europaparlament eine Rede, in der er eine „Wiedergeburt Europas“ forderte.

Doch obwohl im vorigen Jahr bundesweit mehrere zehntausend Bürger jeden Sonntag zu den pro-europäischen Kundgebungen strömten, hätten viele das Gefühl, dass die Politiker zu wenig zuhörten, wie es Moderator Thomas Thelen, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, formulierte. Eine Wahrnehmung, die so nicht zutreffe, entgegnete Beate Roderburg: „Pulse of Europe“ sei gleichermaßen ein deutlich vernehmbares Sprachrohr für die Bürger, um ihre Forderungen zu formulieren, und ebenso ein Zeichen der Wertschätzung für die Arbeit der Politiker, die sich dafür einsetzten.

Dabei müsse aber auch die Jugend stärker einbezogen werden, wie dies etwa beim Jugend-Karlspreis bereits geschehe, sagte sie – und ging gleich mit gutem Beispiel voran. Nach der Diskussion in der Aula, an der auf dem Podium neben Beate Roderburg und Arne Bratz auch die Schülerinnen Sylvia Sampson, Janet Nwafor und Patricia Wiens aus der zehnten Stufe teilnahmen, ging es nämlich in den Innenhof des Gymnasiums, wo mehrere Schüler eigene kurze Reden hielten, wie es bei „Pulse of Europe“ üblich ist.

Am Geschwister-Scholl-Gymnasium werden Schüler aus über 60 verschiedenen Nationen gemeinsam unterrichtet. Manche kommen auch aus Ländern, in denen es keine Meinungsfreiheit oder demokratische Mitbestimmungsrechte gibt. Diesen jungen Menschen, das wurde in ihren Redebeiträgen deutlich, braucht niemand zu erklären, weshalb die europäische Einigung und ihre Menschenrechte wichtig sind.

Und so waren die vielen blauen Ballons, die am Ende zu den Klängen der Europahymne in den Himmel stiegen, auch ein Signal der Jugend, diese Errungenschaften zu bewahren.

 

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