Aachen - Schüler des Rhein-Maas-Gymnasiums sammeln 2000 Euro

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Schüler des Rhein-Maas-Gymnasiums sammeln 2000 Euro

Von: Nina Krüsmann
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Marie Gurr und Mathias Soppe (von rechts) freuen sich über den Besuch von Laurenz Lehmann, Insa Obrikat und Lillith Diehl des Rhein-Maas-Gymnasiums – und über die große Spende der Schüler für Feuervogel.

Aachen. Verleugnung, Geheimhaltung und Schuldfragen gehören zum Alltag von Kindern, die in suchtbelasteten Familien aufwachsen. Ihr Leben ist von dem Tabu geprägt, das ein Elternteil oder beide durch die Suchterkrankung unberechenbar sind.

Die betroffenen Mädchen und Jungen werden vernachlässigt, erfahren ein nur instabiles Zuhause und oft auch psychische und physische Gewalt. Sie müssen zu früh zu viel Verantwortung übernehmen und überspringen dadurch wichtige Entwicklungsschritte.

Das Projekt „Feuervogel“ der Suchthilfe Aachen bietet seit 2009 Kindern aus suchtbelasteten Familien spezielle Hilfen an. In altersgerechten Gruppen können die Kinder einmal wöchentlich mit Gleichgesinnten und Experten über das „Familiengeheimnis“ sprechen, das Tabuthema auflösen und verarbeiten. „Meist mangelt es den Kindern nicht an materieller Zuwendung. Vielmehr fehlt ihnen das Gefühl, Kind sein zu dürfen und die Erfahrung, dass sie nicht allein mit ihrem Problem sind“, beschreibt Mitarbeiterin Marie Gurr die Situation.

Sonderaktionen und Ausflüge

Vor allem Sonderaktionen und Ausflüge könnten ohne Spenden nicht finanziert werden. Und die Taxifahrten für Kinder aus Außenbezirken schlagen ebenfalls erheblich zu Buche. „Diese Kinder könnten sonst nicht an den Angeboten teilnehmen. Wir hatten auch schon Teilnehmer aus der Eifel und Eupen“, erklärt Gurr.

Geld ist knapp und deshalb war jetzt die Freude groß über eine Spende in Höhe von 2000 Euro von den Schülerinnen und Schülern des Rhein-Maas-Gymnasiums. Die drei Schülersprecher Insa Obrikat, Lillith Diehl und Laurenz Lehmann besuchten „Feuervogel“ vor Ort an der Monheimsallee und überreichten den Scheck an Marie Gurr und ihren Kollegen Matthias Soppe. „Nach Maria im Tann und dem Café Zuflucht in den vergangenen Jahren kam ich auf die Idee, an Feuervogel zu spenden. So können wir Gleichaltrigen helfen. Wer weiß, ob es nicht auch in unserer Schulgemeinde einen solchen Fall gibt. Und jeder wäre in einer solchen Situation froh, wenn ihm so toll geholfen wird“, meint Insa Obrikat.

Erlös des Weihnachtsbasars

„Die Spende ist der Erlös aus dem Weihnachtsbasar, den wir 600 Schüler mit unseren Lehrern und Eltern im Advent erfolgreich veranstaltet haben“, erzählt Lillith Diehl. Und so werden bei Feuervogel Aktionen möglich, die ins Geld gehen. Gemeinsames Kochen, ein Beauty-Tag für die Mädchen und die Feier der Geburtstage der Kinder im würdigen Rahmen gehören zum Projekt. So erfahren die Kinder Wertschätzung.

Neu ist die Einzelfallhilfe mit sozialpädagogischer Fachhilfe und Erziehungsbeistandschaften. Ein erster Fall wird bereits entsprechend individuell betreut. „Die Angebote sind derzeit sehr gefragt, was nicht allein daran liegt, dass der Bedarf gestiegen ist. Die Öffentlichkeitsarbeit funktioniert im Moment gut, und es gibt mehr Familien, die sich trauen für ihre Kinder unsere Unterstützung in Anspruch zu nehmen“, betont Gurr.

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