Schüco macht Solarfirma in Aachen dicht

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Der Aachener Standort der Schüco International KG (Bielefeld) stellt zum 30. Juni 2010 seine Produktion von Solarmodulen ein. Das bestätigte der Pressesprecher von Schüco, Thomas Lauritzen, auf Anfrage der „Nachrichten” in Bielefeld.

Nach Angaben von Lauritzen sind 21 Arbeitsplätze betroffen. Aus der Firma selbst war zu erfahren, dass es insgesamt um 32 Stellen gehe. Die an der Jülicher Straße ansässige Firma ist mit der Herstellung und Montage von Photovoltaik-Anlagen beschäftigt, deren Glasanteil nach einem speziellen Verfahren gefertigt wird.

Schüco erwarb die Firma an der Jülicher Straße vom Glasriesen St. Gobain, der die Tochter Saint-Gobain Glas Solar GmbH an den Bielefelder Marktführer in Sachen Solartechnik und Fassadenbau veräußerte.

Der gravierende Preisverfall der letzten Zeit für Solarmodule, erklärte Lauritzen, mache die in Aachen angewandt und aufwändige fertigungstechnik nicht mehr kostendeckend.

„Die Kosten sind zu hoch”, erklärte er, und man komme nicht umhin, das Werk zu schließen. In Aachen werde ein spezielles „Glas-zu-Glas-Modul” hergestellt, das Verfahren hierfür sei zu aufwändig, „vor allem wegen des hohen Anteils von Silizium”, erläuterte Lauritzen.

Mit einer anderen Technik werden im Werk „Malibu”, das in Magdeburg gemeinsam mit Eon betrieben wird, kostengünstigere so genannte Dünnschichtmodule hergestellt. Diese Module sind besonders zum Fassadenbau geeignet, weil sie in die Gebäudeaußenhaut eingefügt werden können, heißt es in Fachveröffentlichungen.

Produktion nach China

Die Belegschaft beklagt, dass bereits im vergangenen Jahr Teile der Produktion, nämlich der dünneren Glas-Tedlar-Module, nach China verlegt worden sei. Die Rückseite dieser Module ist statt mit Glas mit dem Werkstoff Tedlar ausgestattet.

Auch da seien 40 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Belegschaft beanstandet nicht nur die Verlagerung der Produktion nach China und den damit verbundenen Verlust deutscher Arbeitsplätze. Sie sei auch deshalb unsinnig, weil zahlreiche beanstandete Tedlar-Module aus China in Aachen nachgebessert werden müssten. Das mit öffentlichen Geldern gebaute Malibu-Werk zerstöre letztlich Arbeitsplätze - in Aachen.
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