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Schrittmacher-Festival: Zuschauer zufrieden mit dem Umzug

Von: Heike Nelsen-Minkenberg
Letzte Aktualisierung:
Tanztheater in der Fabrikhalle
Tanztheater in der Fabrikhalle: Das Publikum zeigt sich angetan vom Schrittmacher-Festival an neuem Ort. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ballett und Stahlbau, schmale Tänzer in einer riesigen Fabrikhalle - nur scheinbare Gegensätze, die beim „Schrittmacher-Festival” zu einer ganz eigenen Atmosphäre verschmelzen. Eine Melange, die beim Publikum großen Beifall findet.

„Besser als im Space auf jeden Fall”, sagt Sven Jansen. Der Aachener ist seit vielen Jahren begeisterter Besucher des Festivals. „Hinten sitzt man ein bisschen weit von der Bühne weg, aber in Summe ist die Atmosphäre natürlich viel besser als im Ludwig-Forum.”

Das zweite Jahr in der Stahlbau-Strang-Halle an der Philipsstraße kann das „Schrittmacher-Festival” schon jetzt als vollen Erfolg verbuchen. Denn sämtliche Vorstellungen sind schon zur Halbzeit ausverkauft - und egal wo man sich im Publikum umhört, überall hört man nur positive Stimmen. Das liegt natürlich auch an der Mischung der einzelnen Tanzcom­pagnien. „Dadurch, dass dieses Mal etwas Klassischeres mit dabei ist, ist wirklich für jeden etwas dabei”, stellt Jansen fest.

Mit dem „Klassischeren” sind die schon legendären Choreographien Hans van Manens gemeint, die das Niederländische Nationalballett am Mittwochabend aufgeführt hat. „Richtig, richtig klasse”, schwärmt Kathrin Reitz (Aachen): „Hans van Manen ist sowieso eine Legende an sich. Und die Schnelligkeit, die Genauigkeit des Balletts - das ist einfach ein Traum.”

Hans van Manen dabei

Ein kleiner Traum ging auch für den Schrittmacher-Macher, Rick Takvorian, in Erfüllung. Er kennt van Manen schon lange, hatte ihn auch für Mittwochabend eingeladen - aber zunächst keine Rückmeldung erhalten. „Als Hans van Manen dann auf einmal eben an der Kasse stand, habe ich mich sehr gefreut”, gesteht Takvorian. „Es hat mir eine Riesenfreude gemacht, denn es war mein Wunsch, dass er das erlebt heute Abend. Er und das Ballett haben uns ein Geschenk gemacht mit diesem Abend, und umso schöner, dass er dabei ist.”

Die Verschmelzung von klassischem Ballett mit Elementen des Modern Dance zog das Publikum völlig in ihren Bann. „Man konzentriert sich wirklich nur auf den Tanz bei van Manen, nicht auf das Drumherum”, stellt Simone Buchholz aus Eynatten fest. „Der Tanz ist reiner als bei anderen Com­pagnien, würde ich sagen.” Das Scapino Ballett aus Rotterdam hat sie dieses Jahr auch schon gesehen, „aber das ist natürlich etwas ganz anderes.” Jünger, experimenteller.

Noch gewagter war aber mit Sicherheit die Compagnie Marie Couinard, die das Festival in diesem Jahr eröffnet hat und durch das Schrittmacher-Plakat in der ganzen Stadt präsent ist. „Das war der Knaller, mit das Beste, was ich bisher gesehen habe hier”, meint Sven Jansen. Sein Freund Pascal Cordova aus Köln bestätigt das: „Das war genial. Diese Mischung von Krankenhaushilfsmitteln in Kombination mit Tanz hat man in der Form noch nicht gesehen, ich fand es skurril und interessant. Es hat etwas Aufreizendes, gleichzeitig aber auch Morbides.”

Erwachsen geworden

Ob man also auf ganz experimentellen, zeitgenössischen Tanz steht oder eher ein Verehrer der Klassischen Moderne ist - das „Schrittmacher-Festival” ist inzwischen so gewachsen, ja so erwachsen geworden, dass sich dort jeder zu Hause fühlen kann, der hochkarätige Tanzkunst schätzt.
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