Aachen - Schräges Stück: Der Kunstbetrieb bekommt sein Fett weg

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Schräges Stück: Der Kunstbetrieb bekommt sein Fett weg

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Das Blackout-Theater ist mit dem Stück „Tattoo“ noch bis zum 1. Dezember im Theater 99 zu sehen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Das war kein Versprechen, das war ein Versprecher.“ Mit diesen Worten versucht Lea sich der Verantwortung zu entziehen. Im Rausch hat sie dem exzentrischen Künstler Tiger versprochen, sich nach seinem Tod um ihn zu kümmern.

Als Lea und ihr Freund Fred sich dann tatsächlich mit der plastifizierten Leiche des tödlich verunglückten Künstlers konfrontiert sehen, sind sie alles andere als begeistert.

Aber Tigers Leiche mit all seinen kunstvollen Tattoos ist ein Kunstwerk, und wird damit auch zur Ware. Leas Schwester Naomi erkennt als Galeristin seinen Wert und versucht, ihn auf dem amerikanischen Kunstmarkt zu platzieren.

„Amüsant“ und „witzig“ waren einige der Kommentare, mit denen die Zuschauer im Theater 99 auf die neuste Produktion des Blackout-Theaters reagierten.

„Kunst ist ein super Geschäft“, sagt Tiger an einer Stelle und bringt damit auf den Punkt, was ihn bewegt. Für seine neueste Installation ist er bereit, alle moralischen Bedenken über Bord zu werfen. Und seine vermeintlichen Freunde wären zu einem Verrat bereit, wenn nur der Preis stimmt. Doch dann nimmt die Geschichte eine ganz unerwartete Wendung. . .

Der Schweizer Dramatiker Igor Bauersima nimmt in „Tattoo“ den Kunstbetrieb, aber auch menschliche Unzulänglichkeiten auf die Schippe. Und dabei bekommen sie alle ihr Fett weg: die brotlosen Künstler Lea und Fred, die geschäftstüchtige Galeristin Naomi und Tiger selbst, der im Namen der Kunst skrupellos jede Grenze überschreitet.

Schräg ist der Auftritt der Leiche im beleuchteten Schaukasten, und schräg ist eigentlich die ganze Inszenierung. Das Publikum hatte seine Freude daran und quittierte die Premiere mit viel Applaus.

Weitere Aufführungen

Weitere Aufführungen gibt es am Freitag, 29. November, und Samstag, 30. November, jeweils um 20 Uhr, und am Sonntag, 1. Dezember, um 19 Uhr im Theater 99, Gasborn 9-11.

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