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Schon wieder eine Schießerei in Aachen

Von: Heiner Hautermans
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Schüsse
Polizisten durchsuchten am Donnerstag die Umgebung des Hauses nach Beweismitteln, wurden offenbar aber nicht fündig. Foto: Ralf Roeger
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Drei Kugeln durchschlugen kurz vor 4 Uhr einen Rollladen und eine Fensterscheibe. Foto: Ralf Roeger
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Polizisten durchsuchten am Donnerstag die Umgebung des Hauses nach Beweismitteln, wurden offenbar aber nicht fündig. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Schon wieder eine Schießerei in Aachen. Nachdem am Montagabend Schüsse auf eine Gruppe junger Männer im Bereich Jülicher Straße/Metzgerstraße abgegeben wurden, fielen in der Nacht zum Donnerstag zwei Schüsse in einem Wohngebiet in Richterich. Bisher sind alle Ermittlungen ergebnislos verlaufen, die Staatsanwaltschaft bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

Sie wurden abgefeuert auf ein Mehrfamilienhaus, in dem im September 2010 ein damals 19-jähriger Neonazi in der Wohnung seiner Eltern lebte. Die Wohnung wurde durchsucht, weil die Berliner Staatsanwaltschaft dem jungen Mann und einem 25-jährigen Mittäter die Vorbereitung eines Sprengstoff-Verbrechens zur Last legte.

Beide hatten Silvesterknaller mit Glasscherben präpariert und zu einem Demonstration von Rechten am 1. Mai nach Berlin mitgenommen, um Polizisten und Gegendemonstranten zu verletzen. Zu dem Aufmarsch waren Neonazis aus dem Dreiländereck gemeinsam gefahren. Angesichts starker Vorkontrollen in Berlin waren die scharf gemachten Böller weggeworfen worden, an ihnen wurde die DNA des 19-Jährigen entdeckt. Beide jungen Männer wurden im Februar 2012 zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt.

Der 19-Jährige, der sich seit seinem 15. Lebensjahr in der rechtsradikalen Szene bewegt und mehrfach verurteilt wurde, erhielt zur Auflage, ein Aussteigerprogramm zu absolvieren. Fühlten sich jetzt seine ehemaligen Kameraden verraten und feuerten deshalb auf das Kinderzimmer des 19-Jährigen, der zurzeit allerdings eine Haftstrafe von drei Jahren absitzt?

Die Behörden wollen diesen Zusammenhang nicht bestätigen. Staatsanwalt Jost Schützeberg: „Wir ermitteln in alle Richtungen. Derzeit liegen uns keine Anhaltspunkte dafür vor, dass ein politisch motivierter Hintergrund existiert.“ Die Ermittlungen werden geführt wegen eines versuchten Tötungsdelikts, zwei Kugeln durchschlugen kurz vor 4 Uhr einen Rollladen und eine Fensterscheibe, eine blieb im Mauerwerk stecken. Polizisten durchsuchten am Donnerstag die Umgebung des Hauses nach Beweismitteln, wurden offenbar aber nicht fündig. Zur Tatwaffe wollten die Fahnder keine Angaben machen, es habe sich aber um eine scharfe Waffe gehandelt.

Seit Freitagvormittag bitten Staatsanwaltschaft und Polizei nun die Bevölkerung um Mithilfe. Hinweise, insbesondere von Personen, die in der Nacht auf Donnerstag zwischen 3.30 Uhr und 4.30 Uhr Verdächtiges in der Nähe des Tatorts beobachtet haben, sollen an das Polizeipräsidium Aachen unter der Telefonnummer 0241/9577-31207 oder -34210 oder an jede andere Polizeidienststelle gerichtet werden.

Auch die Schüsse am Montagabend waren aus einer scharfen Waffe abgegeben worden. Zwei 24 und 36 Jahre alte Männer, die eine Stunde nach der Schießerei von einem SEK-Kommando festgenommen worden waren, sitzen jetzt wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Beide Gruppierungen werden der Türsteherszene zugerechnet und sympathisieren mit dem Rockermilieu.

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