Schollen-Plakette für „fleischgewordene Narrenkappe“

Von: Lee Beck
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Jecker Reporter: Der Journalist Gerd Simons (Mitte) wurde von Börjerwehr-Kommandant Michael Hommelsheim und Marketenderin Nana Mickisch mit der Jupp-Schollen-Plakette ausgezeichnet. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Acht Kilo schwer, 2,50 Meter hoch, bestehend aus Pappmaché, Gips und Draht: Noch ist er bis zur Unkenntlichkeit mit einem schwarzem Umhang verhüllt. Lediglich die große, goldene Trompete lugt hervor und reflektiert die Sonnenstrahlen, die durch das große Lichtfenster des Kapuziner Karrees auf die dort versammelten Jecken herab scheint. Viele sind zur offiziellen Enthüllung des Trööetemanns am Sonntag um 11.11 Uhr gekommen.

Von nun an wird er auf das jecke Treiben des Aachener Fastelovvends ein Auge haben und zugleich für die Sünden, die begangen werden, verantwortlich sein.

Der designierte Karnevalsprinz Bernd I., der am kommenden Samstag proklamiert werden soll, steigt schnell die Leiter hinauf auf die Empore, von welcher aus der Trööetemann über den Aachener Karneval und die Session 2014 wacht, bis er in der Nacht zum Aschermittwoch nach einem Trauerzug verbrannt wird. So will es die Tradition, die sich 2014 zum zehnten Mal jährt.

„Er ist eben ein echtes Stehaufmännchen“, scherzt Michael Hommelsheim, Kommandant der Stadtwache Oecher Börjerwehr, als Bernd I. das Wahrzeichen enthüllt. Auch für den Kommandanten ist es ein großer Tag, denn Bernd Marx zeichnete ihn persönlich mit den Insignien Zepter und Kette als Kommandanten aus.

Noch nicht in Stimmung

Zur Feier des Tages hatte die Börjerwehr ein buntes Programm mit viel Tanz, Jeckerei und Gesang auf die Beine gestellt, doch die Masse kam nur schleppend in Stimmung. „Es ist noch zu nah an Weihnachten“, meint Europaabgeordnete Sabine Verheyen, die zugleich die Position des Oberwaschweibs der Börjerwehr bekleidet. Auch ihr Gesangsprogramm war Teil des Fests.

Später am Nachmittag wird Gerd Simons mit der Jupp-Schollen-Gedächtnisplakette ausgezeichnet. Zum Gedenken an Josef Schollen, auch besser bekannt als Lennet Kann, verleiht die Stadtwache Oecher Börjerwehr jedes Jahr einem verdienten Jecken diesen Preis. Der Karnevalist Simons, der seit über 25 Jahren als Reporter für den Fastelovvend unterwegs ist und unermüdlich im Dienste des Brauchtums steht, wurde von vielen Aachenern nach einem Aufruf für den Preis vorgeschlagen. Bekannt ist er auch unter dem Namen „fleischgewordene Narrenkappe“, wie Karin Klaas, Pressebeauftragte der Börjerwehr, erklärt.

Die Laudatio hielt das „Öcher Schängchen“ Otto Trebels, der auch Preisträger des letzten Jahres war. Als Antwort hatte Simons den Rock-Altmeister Dieter Böse mitgebracht, der unter anderem zu den Klängen von AC/DC’s „Highway to Hell“ ein auf Gerd Simons zugeschnittenes Lied auf Öcher Platt sang.

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