Schleidener Straße: Schlamm und Dreck verärgern Anwohner

Von: Martina Feldhaus
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Für einige Bewohner in Walheim und Friesenrath ein Ärgernis: Schlamm und Dreck – wie hier im März – auf der Schleidener Straße, hinterlassen von Lastwagen, die zum stillgelegten Steinbruch fahren.

Aachen. Wolfgang Hecht ärgert sich. Mal wieder. Und wieder einmal hat er sich beschwert: über eine „unerträgliche“ Verschmutzung, die zu einer „Verkehrsgefährdung durch Rutschgefahr“ führe. Hecht wohnt in Friesenrath, keinen Kilometer entfernt vom ehemaligen Steinbruch in Walheim. Und genau der ist ihm ein Dorn im Auge.

Denn – so Hecht – die Schleidener Straße, die mitten durch Walheim und Friesenrath führt, sei in regelmäßigen Abständen verschlammt und verdreckt. Und zwar von den großen Lastwagen, die täglich zu Hunderten zum Steinbruch Auf der Kier hin- und auch wieder von dort wegfahren.

„Wenn es nass ist, bildet sich ein richtiger Schmierfilm“, sagt Hecht. „Das ist zum einen gefährlich für Autofahrer. Zum anderen wird der Wagen durch den Matsch so dreckig, dass man ihn direkt wieder waschen kann, wenn man einmal die Schleidener Straße befahren hat.“ Über dieses Lkw-Problem ärgern sich laut Hecht zahlreiche Bürger, vor allem Anwohner, die direkt Auf der Kier wohnen, also dort, wo der Steinbruch liegt.

Beim Bezirksamt Kornelimünster/Walheim ist das Problem durchaus bekannt, wie Rita Klösges vom städtischen Presseamt bestätigt. Allerdings: „Noch bis Ende 2014 wird Abraum aus Oberforstbach zum Steinbruch gebracht, weil der wieder befüllt wird. Diese ankommenden Lkw bringen natürlich Lehm mit, das lässt sich leider nicht verhindern.“ Im Steinbruch selbst habe das Betreiber-Unternehmen Eurovia vor einigen Jahren eine Reifenwaschanlage für Lastwagen eingerichtet.

Obendrein, so Klösges, werde die Schleidener Straße zweimal am Tag durch eine spezielle Firma gereinigt, im Auftrag von Eurovia. „Damit kommt der Betreiber nach unserem Kenntnisstand allen Auflagen nach“, sagt Klösges. Das Bezirksamt kontrolliere außerdem mehrmals wöchentlich, ob alles in Ordnung ist. „Eine Gefährdung sieht das Bezirksamt nicht.“

Dass die Straße zu jeder Zeit schlamm- und schmutzfrei ist, das kann laut Rita Klösges nicht garantiert werden. Das erklärt auch Eurovia selbst. Unternehmenssprecher Lutz Günther: „Im März wurde eine große Menge von 27.000 Tonnen Material von einer nahe gelegenen Baustelle angeliefert. Es ist nicht auszuschließen, dass Lkw in diesem Zeitraum die Schleidener Straße bereits auf dem Hinweg zum Steinbruch mit noch schmutzigen Reifen befahren haben.“ Meist allerdings werde der Boden von weiter entfernten Baustellen antransportiert. Dann sei auch die Verschmutzung geringer. Eurovia wolle auch weiterhin mit der Reifenwaschanlage und einer Kehrmaschine dafür sorgen, dass die Straßen möglichst sauber bleiben.

Im Steinbruch Walheim wird seit 2007 kein Gestein mehr abgebaut. Damals hat Eurovia angefangen, das ehemalige Abbaugebiet zu rekultivieren. Der gesamt Prozess dauert noch bis einschließlich 2040. Derzeit wird der stillgelegte Steinbruch mit Aushub von Baustellen aus der näheren und weiteren Umgebung Walheims verfüllt. Wolfgang Hecht wird wohl so lange noch mit lehmigen Straßen leben müssen. Zusätzlichen Handlungsbedarf sehen Stadt und Steinbruch-Betreiber nicht. Die Polizei wird sich dennoch der Sache annehmen müssen. Hecht hat Anzeige erstattet.

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