Schlange stehen im Super C zur Einschreibung

Von: Heiner Hautermans
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Geduld ist gefragt: Wer sich f
Geduld ist gefragt: Wer sich für einen Studienplatz an der Exzellenz-Uni RWTH einschreiben will, muss sich am Templergraben stundenlang in die Schlange stellen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es ist ein Andrang, wie man ihn sonst allenfalls zur Hauptreisezeit auf dem Düsseldorfer Flughafen oder vor den Kronjuwelen im Londoner Tower erlebt. Hunderte junge Menschen müssen im Untergeschoss des Super C am Templergraben bis zu zwei Stunden warten, um sich für ein Studienfach an der RWTH einzuschreiben.

Mitunter steht die Schlange hinauf bis zur Treppe auf dem Vorplatz. An elf Schaltern arbeiten die Mitarbeiter der Eliteuni mit Hochdruck, um die für alle Beteiligten lästige Prozedur möglichst zügig zu erledigen. Schon im letzten Semester waren es fast 2000 Neuankömmlinge mehr als im Jahr zuvor (8183 im Wintersemester 2011/12 gegenüber 6200 im Wintersemester 2010/11). Und dieses Mal werden es noch mehr werden, sind die damit befassten Hochschulbeschäftigten überzeugt. Zurückzuführen wahrscheinlich auf die Aussetzung der Wehrpflicht und den Wegfall der Studiengebühren in NRW. Onur Ögül, Sozialreferent des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA): „Die Tendenz ist steigend.”

Allerdings gibt es noch keine genauen Zahlen, deren Veröffentlichung behält sich das Ministerium vor. Begonnen hat die Einschreibeaktion am 13. August, für die zulassungsbeschränkten Fächer (neben den traditionellen wie Medizin und Zahnmedizin auch Maschinenbau, Elektrotechnik oder Betriebswirtschaftlehre) läuft die Einschreibefrist noch bis zum heutigen Freitag, für die übrigen Fächer bis Ende September.

Wohnungsberatung

„Es ist ein großer Ansturm, aber immer noch beherrschbar”, kommentiert Torsten Dickmeis, der Leiter des Studierendensekretariats. Möglichst schnell versuchen seine Männer und Frauen, Planungssicherheit für die jeweiligen Fakultäten zu schaffen. Sie müssen schließlich wissen, welche Kapazitäten zu erwarten sind, nicht nur für die Einführungsveranstaltungen. Dickmeis: „Wir versuchen, dem Wunsch gerecht zu werden, die Einschreibung möglichst rasch über die Bühne zu bekommen.” Es gab nämlich schon Zeiten, da mussten die Erstsemester vier bis fünf Stunden dafür einplanen. Und im Wintersemester 2013/14, wenn der Doppel-Abitur-Jahrgang auf die Hochschulen zukommt, dürfte es noch eine weitere Steigerung geben.

„Nächstes Jahr platzt die RWTH”, bringt es Thassilo Link von der Fachschaft Maschinenbau auf den Punkt. Er sitzt ebenfalls unten im Super C und hilft den frisch Immatrikulierten bei der Wohnungsberatung. Denn wer Vorlesungen besucht, der muss auch ein Dach über dem Kopf haben. Informiert wird beispielsweise über die Kampagne „Extraraum schaffen”, eine konzertierte Aktion von Stadt Aachen, FH und RWTH Aachen. Für einen Überblick ist es auch hier noch zu früh, es gibt nur Einzelerfahrungen. Etwa von Thassilo Link, der von einem jungen Mann berichtet, der sich exmatrikulierte, weil er keine adäquate Unterkunft gefunden hat: „Es gibt zu wenige Wohnheimplätze.” Sein Studienkollege Loay Salehi dagegen sagt: „In meinem Bekanntenkreis habe alle eine Wohnung gefunden.”

Erstmals bei der Einschreibung dabei ist die niederländische Gemeinde Vaals, die mit der Stadt Aachen ein Abkommen zur gegenseitigen Zusammenarbeit geschlossen hat, auch auf dem Wohnungsmarkt. Nicole Hammer hat 17 Häuser im Ortskern im Angebot, die für 300 Euro Kaltmiete für eine Übergangszeit angeboten werden, bis sie, voraussichtlich im Frühjahr 2014, einem großen Neubauprojekt weichen müssen - mit monatlicher Kündigungsfrist. Auch hier ist das Interesse groß: „In den letzten Wochen laufen die jungen Leute Sturm bei uns.” Mit 13 Studenten habe die Wohnungsstiftung Vaals, der die Häuser gehören, schon Mietverträge abgeschlossen. Dabei hätten sich spontan Wohngemeinschaften gebildet, schließlich können sich drei Studierende ein Haus teilen. Die jungen Leute zeigten sich nach der Besichtigung sehr angetan von dem Angebot in dem Grenzort, von den guten Busanbindungen, den vielen Geschäften, in denen auch Deutsch gesprochen wird, und der gemütlichen Atmosphäre.

Auch Bürgermeister Reg van Loo ist froh über diese Entwicklung, nachdem es in der Vergangenheit auch Kritik gab an der Absicht, wieder wie in den 1970er Jahren Studierende in Vaals anzusiedeln: „Das ist ein guter Anfang. Im Allgemeinen steht Vaals positiv der Ansiedlung von Studenten, Professoren, Mitarbeitern und sonstigen Einwohnern von Aachen in Vaals gegenüber.”
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