„Schlafzimmergäste”: Rasantes Beziehungsstück in der Klangbrücke

Von: Peter Langohr
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Beziehungen und ihre Probleme:
Beziehungen und ihre Probleme: Die tragen drei Schauspieler-Paare der Bühne 78 mit viel Witz und Engagement Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auch eine mitten in einer turbulenten Szene durchgebrochene Bettstatt konnte den durchschlagenden Erfolg der Komödie „Schlafzimmergäste” von Alan Ayckbourn, mit der die Bühne 78 jetzt in der Klangbrücke Premiere feierte, nicht verhindern.

Ganz im Gegenteil: Zu gut passte die unbeabsichtigte Demontage in das bisweilen rasante Geschehen auf der Bühne. Erneut wurde die in Eilendorf ansässige Bühne 78 ihrem Ruf als Spezialist für feines Boulevard-Theater gerecht.

Der rote Faden des Stücks ist schnell erzählt: Während sich Delia und Ernest auf ein gemütliches Abendessen in einem Restaurant vorbereiten, quält sich an anderer Stelle der von Rückenschmerzen geplagte Nick in seinem Bett - unter mäßiger Anteilnahme seiner Frau Jane, die sich auf die Housewarming-Party bei Malcolm und Kate vorbereitet. Letztere sind noch nicht lange verheiratet und turteln neckisch miteinander, als sich die ersten Gäste ankündigen.

Beziehungsproblem in der Nacht

Unter diesen sind auch Trevor, der Sohn von Delia und Ernest, und seine etwas durchgeknallte Partnerin Susannah. Diese beiden, von den Debütanten Wolfgang Korr und Sabine Grendel wunderbar gespielt, haben ein Beziehungsproblem, in das sie die drei anderen Paare nach Kräften einbeziehen. Die müssen zu nachtschlafender Zeit als seelische Stütze herhalten.

Ellen Stollenwerk führt Regie bei einer äußerst amüsanten Inszenierung, die in drei nebeneinander angeordneten Schlafzimmern über die Bühne geht. Ihre Ausstattung passt zu den jeweiligen Bewohnern. Da sind zum einen Delia (Elfriede Schneiders) und Ernest (Karl-Heinz Speicher), die köstliche, mit vornehmer Attitüde und trockenem Witz vorgetragene Dialoge offerieren.

Kate und Malcolm gehört ein flippiges Schlafzimmer mit einem stets zerwühlten, bunten Bett. Als Kate glänzt Eva Wermeester mit entzückenden Variationen einer weiblichen Psyche. Thomas Vonderhagen verkörpert als Malcolm das, was man gemeinhin als „typisch Mann” bezeichnet: ein bisschen selbstherrlich und eitel, unsensibel und dickköpfig, aber irgendwie doch recht lieb. Dann gibt es da noch das elegante Doppelbett in Orange, in dem der Hypochonder Nick seine Muskelzerrung zu Lasten seiner Frau Jane voll auskostet. Rollen, in denen Thomas van Gent und Gabi Demiris zur Hochform auflaufen.

Denkbar ist der große Erfolg der Bühne 78 aber nur mit den guten Geistern hinter der Bühne. So teilen sich Inge Hilgers und Irmtraud Moeres in die Aufgaben einer Souffleuse, Doris Scheufen und Martina Moeres sind für die Maske zuständig und Stephan Moeres, Ben Huber, Kirsten Nacken, Marie Rosa, Franz-Josef Ruppert sowie Alice Vonderhagen kümmern sich um das Bühnenbild. Lang anhaltender, begeisterter Beifall des Premierenpublikums dankte dem Ensemble für den vergnüglichen Abend.

Noch drei Vorstellungen und der Kartenverkauf

Weitere Aufführungen der Bühne 78 sind am Freitag, 13. Mai, Samstag, 14. Mai und Sonntag, 15. Mai, jeweils um 19.30 Uhr in der Klangbrücke, Kurhausstr. 2. Karten kosten 9 Euro, es gibt sie beim AN-Ticketshop (Mayersche Buchhandlung), Buchkremerstraße 1-7.

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