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Schienenprojekte auf der Kippe: Höhere Belastung für Aachen

Von: gei
Letzte Aktualisierung:
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Eine Entlastung vom Güterverkehr rückt in weite Ferne: Weil der „Eiserne Rhein” auf der Kippe steht, müssen die Züge in Richtung Antwerpen weiter durch Aachen rollen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein den Medien zugespieltes Geheimpapier über gefährdete Großprojekte der Bahn hat auch Bettina Herlitzius, grüne Bundestagsabgeordnete der Städteregion Aachen, alarmiert. Zu den nach jetziger Planung nicht mehr finanzierbaren Ausbaustrecken der Bahn gehört auch die Verbindung zwischen Mönchengladbach und Roermond, wesentliches Teilstück des sogenannten Eisernen Rheins.

Sollte diese Strecke nicht gebaut werden können, hätte dies unmittelbare Auswirkungen auf den Bahn- und Güterverkehr in Aachen.

Die Güterzüge zwischen dem Ruhrgebiet und Antwerpen wären dann weiterhin gezwungen, den rund 60 Kilometer längeren Umweg über Aachen-West zu nehmen und auf der Montzen-Route zu verkehren. „Dies ist umweltpolitisch wie auch ökonomisch Unsinn”, sagt Herlitzius. Für die Region bedeute das unnötige Emmissionsbelastungen. Mehr Lärm im Stadtgebiet entlang der Bahnstrecke sei die Folge. Zugleich stünde das dem Ziel entgegen, den Güterverkehr weiter auf die Schiene zu verlagern. Die Klimaziele seien so nicht zu erreichen, Autobahnen würden weiter belastet.

Umfangreiche Streichliste

Das Papier, mit dem Bahnchef Rüdiger Grube kürzlich den neuen Verkehrsminister Peter Ramsauer konfrontiert hat, macht unter anderem deutlich, dass die Bundes- und Landesregierungen zwar immer wieder den Ausbau von Bahnstrecken versprechen, die Finanzierung jedoch ungeklärt lassen. Für viele angekündigte Vorhaben fehle nun schlicht das Geld. Insgesamt seien annähernd ein Dutzend Vorhaben nach derzeitiger Finanzplanung nicht zu realisieren - darunter eben auch der seit Jahren diskutierte „Eiserne Rhein”.

Herlitzius, Sprecherin für Stadtentwicklung und Obfrau im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, fordert für die Grünen daher eine „seriöse Finanzierung des Bundesverkehrswegeplans” von der Bundesregierung. Im Wahlkampf zugesagte Infrastrukturprojekte müssten nun auch realisiert werden können. Der „Eiserne Rhein” sei das wichtigste Schienengütergroßprojekt der Region, es dürfe nicht zu Grabe getragen werden. Auch auf den Lärmschutzausbau dürfe nicht verzichtet werden. Zugleich fordert sie, „verrückte Projekte” wie „Stuttgart 21” oder die Fehmarnbeltüberquerung zu streichen.

Die Grünen befürchten, dass die derzeitige Bundesregierung den Schienenverkehr zugunsten der Straße vernachlässige. Sollte es zu Kürzungen im Verkehrsetat kommen, sei auch der geplante Ausbau der Strecke Aachen-Köln gefährdet. Dort soll unter anderem ein drittes Gleis für einen schnelleren Verkehrsfluss sorgen.
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