Schau mit Gebrauchswert und Ästhetik

Von: Jan Mönch
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Professor Rolf Westerheide erl
Professor Rolf Westerheide erläutert die Ausstellung mit vorbildlichen Bauten in Nordrhein-Westfalen. Darunter sind auch drei Aachener Bauprojekte. Die Ausstellung im Reiff-Museum ist noch bis zum 13. Mai zu sehen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Von hinten her, weiß Sigurd Trommer, fängt der moderne Architekt an, ein Gebäude zu planen. „Was ist in zehn, 20, 30, 40 Jahren?”, fragt der Präsident der Bundesarchitektenkammer rhetorisch. „Wenn wir das nicht bedenken, dann machen wir unsere Arbeit schlecht.”

Die Macher der Bauwerke, die seit vorgestern im Reiff-Museum, Schinkelstraße 1, vorgestellt werden, haben sich diese Vorgabe zu Herzen genommen. Und außerdem einen hohen Gebrauchswert erzielt, ästhetische Qualität erkannt und den städtebaulichen Kontext richtig eingeschätzt. Das sind nämlich die Anforderungen, die es zu erfüllen gilt, um die „Auszeichnung vorbildlicher Bauten in NRW” einzuheimsen. Im Fünfjahresrhythmus wird diese seit nunmehr drei Jahrzehnten vom Bauministerium sowie der Landesarchitektenkammer an Architekten und Bauherren vergeben.

Für 34 Projekte wurde die begehrte Auszeichnung im vergangenen Jahr vergeben - Stadt, Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) sowie der Verein „Aachen Fenster” haben nun dafür gesorgt, dass jedes von ihnen in der Fakultät für Architektur der RWTH auf großflächigen Stellwänden gezeigt wird.

Und wer aufmerksam verfolgt hat, was in Aachen in den vergangenen Jahren so an Mauer, Mörtel und Metall aus dem Boden geschossen ist, dem wird nicht entgehen, dass auch drei lokale Bauwerke die Jury überzeugen konnten: Die Wohnbebauung Widra-Areal in der Eifelstraße, das Werkzeugmaschinenlabor der RWTH in der Steinbachstraße sowie das Justizzentrum am Adalbertsteinweg. Außerdem dabei: das Bergfoyer und der Schwebesteg des Baesweiler Carl-Alexander-Parks.

Die Stellwände zeigen Wohnbauten und Museen, Verwaltungs- und Bürogebäude, Bahnhöfe und Parkhäuser - und mit den Worten von Hans Dieter Collinet, dem Vorsitzenden des Aachen-Fenster, „dass Architektur kein elitäres, sondern ein Alltagsthema ist”.

Dies ist ganz im Sinne von Sigurd Trommer, der betont, dass die Menschen das Gefühl haben müssten, an Architektur mitwirken zu können. Denn so könnten sie sich mit ihrer Stadt identifizieren.

Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 13. Mai, zu sehen.
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