Aachen - „Schatzkiste” brachte zehn Menschen mit Behinderung zusammen

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„Schatzkiste” brachte zehn Menschen mit Behinderung zusammen

Von: Christopher Gerards
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Achim Kaiser, Lokalchef der „
Achim Kaiser, Lokalchef der „Nachrichten” (Mitte), moderierte die Podiumsdiskussion beim Fimfestival „Über Mut” im Cinekarree, rechts daneben Lebenshilfe-Geschäftsführer Herbert Frings. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist der Moment, von dem Monica immer geträumt hat. Sie trägt das weiße Kleid, sieht ihrem David in die Augen und streift ihm den Ring über den Finger. Monica und David trauen sich - obwohl sie anders sind, ein bisschen zumindest.

Monica und David leben mit einer Behinderung, sie leiden am Down-Syndrom. Die Hochzeit ist die eine Sache, der Alltag die andere. „Die beiden möchten auf eigenen Füßen stehen. Aber die Realität sieht anders aus”, sagt Monicas Stiefvater Bob. Die Realität sieht so aus, dass das Paar auf seine Eltern angewiesen ist, bei der Jobsuche, beim Strandgang, selbst in den Flitterwochen. „Was ist, wenn ich nicht mehr da bin?”, fragt Monicas Mutter Maria schließlich.

Auch die Aachener Hubert Thouett (48) und Andrea Thouett (45) leiden an einer Behinderung. Und auch sie sind verheiratet, seit sechs Jahren schon. Im Talk mit „Nachrichten”-Lokalchef Achim Kaiser erläuterte Hubert Thouett, dass es auch anders laufen kann als im Dokumentar-Film „Monica und David”, der den Auftakt des Festivals „Über Mut” der Lebenshilfe und der Aktion Mensch markierte. Dieses hat am Donnerstag in Aachen begonnen und dauert bis Freitag, 25. November, in der ehemaligen Kaiserstadt.

„Anfangs hatte ihr Vater nichts dagegen. Irgendwann sagte er: Du bist bescheuert, du kannst meine Tochter nicht heiraten”, erzählte Hubert Thouett, dass nicht alle Eltern so viel Verständnis zeigen wie zuvor auf der Leinwand gesehen. Die Aachener lernten sich 1987 auf einer Karnevalsfeier kennen.

Wichtige Rolle

Bei Ulla Heister und ihrer „Schatzkiste” läuft das anders. Heister möchte im wahrsten Sinne Liebe vermitteln, Menschen mit Behinderung zusammenbringen. „Wir schauen uns an, wer zu wem passen könnte und organisieren dann ein erstes Treffen”, erläuterte Heister bei der Podiumsdiskussion. Welche Rolle spielen die Eltern? „Einige bringen Eltern oder Betreuer mit. Wir fragen dann: Möchtest du, dass sie dabei sind oder nicht? Und oft schicken wir die Eltern dann raus.” Bisher haben 90 Menschen die Partnervermittlung aufgesucht, zehn Pärchen haben sich gefunden.

Insgesamt, sagte Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe, lebten in Aachen „sieben bis acht” verheiratete Paare. Die Eltern spielten eine wichtige Rolle und hätten oft auch nichts gegen die Beziehung der Kinder. „An einigen Stellen ist mehr Abstand angebracht. Je mehr sich die Eltern zurückziehen, desto größer wird die Selbstständigkeit der Kinder”, so Frings.
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