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Scham überwinden und frühzeitig zum Arzt gehen

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Scham überwinden und frühzeitig zum Arzt gehen. Diesen Rat gibt Dr. Carsten J. Krones, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Marienhospital Aachen, all jenen, die unter Blasenschwäche oder Stuhlinkontinenz leiden.

Denn nur wer sich schon in den Anfängen behandeln lasse, der könne im Alter größere Eingriffe vermeiden.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, lädt das Marienhospital Aachen am Samstag, 23. Februar, von 11 bis 16 Uhr zu einer Stoma- und Kontinenztagung ein. Der Kongress soll Patienten, Hausärzten und Pflegepersonal über etablierte Standards und neuste Entwicklungen informieren. Auf dem Programm stehen Vorträge über Blasen- und Darminkontinenz, und der Besuch einer Industrieausstellung mit Imbiss. Betroffene sollen außerdem Gelegenheit finden, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

„Und genau das fällt den meisten nicht leicht“, meint Krones. Probleme mit der Blase oder der Darmentleerung seien zwar eine Volkskrankheit, dennoch spiele die sich aus Scham im Stillen ab.

Dabei sind die Aussichten auf Abhilfe gar nicht so schlecht. Nur in den wenigsten Fällen müsse operiert werden, sagt Krones. Notwendig sei aber eine gründliche Diagnostik, bei der das interdisziplinäre Zusammenspiel eine große Rolle spiele. Im Kontinenz-Centrum am Marienhospital arbeiten Urologen, Gynäkologen, Chirurgen und Pflegeexperten Hand im Hand, um abzuklären, wo genau die Ursache des Problems liegt.

Denn eine Blasenschwäche kann vielfältige Gründe haben. Frauen sind aufgrund ihrer Anatomie häufiger von der Blaseninkontinenz betroffen als Männer. Schwangerschaften und Geburten spielen dabei eine große Rolle. Dennoch kann das Problem rein urologischer Natur sein. Das abzuklären, ist der erste Schritt zur richtigen Behandlung. Die kann oft rein medikamentös erfolgen. Auch Beckenbodengymnastik bei Frauen kann Abhilfe schaffen. Wichtig sei, möglichst früh mit der Behandlung zu beginnen. „Unsere Handlungsmöglichkeiten reichen von einfachen Verhaltensempfehlungen über die passende Diät und physiotherapeutische Maßnahmen bis hin zur komplexen Operation“, sagt Krones.

Am Samstag kommender Woche haben interessierte Besucher Gelegenheit, sich beim Kongress im Marienhospital mit dem Thema vertraut zu machen. Laut Krones leiden 12 Prozent der Bundesbürger an einer Blasenschwäche, fünf Prozent kämpfen mit einer täglichen Stuhlinkontinenz. Und im Alter verschärfe sich das Problem. „Wir möchten das Thema von falscher Scham befreien, ohne die Intimsphäre zu gefährden“, meint Krones und hofft auf reges Interesse.

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