Sanierungsarbeiten machen viele Radtouristen ratlos

Von: Gerald Eimer
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Vorwarnungen gibt es nicht, eine Umleitungsempfehlung fehlt auch: Auf dem Vennbahnweg in Kornelimünster werden vor allem ortsunkundige Radler ziemlich alleingelassen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Mit einem geharnischten Schreiben an den Oberbürgermeister und weitere städtische Spitzen kritisiert der Fahrradclub ADFC die Vorgänge um die Sanierung der Viadukte des Vennbahn-Radwegs.

Die Belange der Radfahrer seien dort „völlig unzureichend“ berücksichtigt worden, schimpft Helga Weyers, 2. Vorsitzende des ADFC. So seien viele auswärtige Touristen von der Sperrung böse überrascht worden, da keine Umleitung ausgeschildert worden ist.

Bei Straßenbaumaßnahmen sei es übliche Praxis, Umleitungen auszuschildern, argumentiert der ADFC. Dass dies trotz einer frühzeitigen Anregung an der als „Premiumradweg“ ausgezeichneten Vennbahn-Strecke nicht passiert ist, will der ADFC nun nicht kommentarlos hinnehmen. So seien zahlreiche Beschwerden über die Baustelle eingegangen.

Vor allem an den verlängerten Wochenenden hätten zahlreiche Touristen vor den Absperrungen gestanden und nicht gewusst, wie es weitergeht. Aber auch Berufspendler und Schüler seien von der ungeplanten Verlängerung der Sanierungsarbeiten betroffen. Die angestrebte Förderung des Radverkehrs in Aachen sei offenbar eher etwas „für Sonntagsreden und Pressearbeit“, meint Weyers, im alltäglichen Handeln werde die Förderung hingegen nicht konsequent umgesetzt.

Die Missstände am Vennbahn-Radweg, dessen Viadukte Rollefbach- und Itertal in Brand und Kornelimünster wegen dringender Sanierungsmaßnahmen zu Beginn der Osterferien komplett gesperrt werden mussten, sind für den ADFC dabei nur ein besonders krasses Beispiel. Immer wieder würden die Interessen der Radfahrer missachtet, meint Weyers. So hat es auch in der Vergangenheit schon oft Kritik an Baustelleneinrichtungen gegeben, die zu Lasten der Radfahrer gingen.

Mit seinem offenen Brief an die Verwaltungsspitze drängt der ADFC nun auch auf Vorkehrungen, „damit zukünftig die Belange des Radverkehrs gleichberechtigt wahrgenommen werden“. Die Antwort dazu steht freilich noch aus.

Derweil erklärte Rita Klösges vom städtischen Presseamt auf Anfrage, dass aus ihrer Sicht im Vorfeld der Bauarbeiten umfänglich informiert worden sei – unter anderem seien auch die städtische Radfahrbeauftragte und die Radfahrverbände einbezogen worden. „Wir sind davon ausgegangen, dass alle Nutzer über die Sperrung informiert waren“, sagt sie. Zudem habe man unterstellt, dass Radfahrtouristen die gesperrten Viadukte auch mit Hilfe von Navigationsgeräten umfahren konnten.

Für eine Umleitungsbeschilderung habe sich aber auch keine geeignete Strecke angeboten, sagt Klösges. „Die Beschilderung hätte sehr weiträumig sein müssen, deswegen haben wir darauf verzichtet.“ Ausdrücklich nimmt sie ihre Kollegen vom Stadtbetrieb gegen die ADFC-Kritik in Schutz. „Die haben sehr umsichtig informiert und gut gearbeitet.“

Wetter muss mitspielen

Immerhin: Seit Dienstag ist der Viadukt in Brand wieder freigegeben. In Kornelimünster müssen Radfahrer hingegen vorerst weiter Ausweichwege finden. Die Stadt hofft, auch das dortige Teilstück bis zum Wochenende freigeben zu können. Dafür muss es allerdings nach Möglichkeit trocken bleiben.

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