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Sanierung: Glasfabrik wird abgebrochen

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Erste Untersuchungen auf dem Riesengelände begannen bereits 2007, unter anderem wurden 800 Bohrungen vorgenommen und Bodenluft- und Grundwassermessungen an 240 Stellen gemacht. Sie ergaben an manchen Stellen erschreckend hohe LCKW-Werte, die sich über Jahrzehnte im Grundwasser angesammelt hatten. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Im Industriepark Rothe Erde, in Aachen immer noch besser bekannt als Philips-Gelände, stehen die nächsten Sanierungsschritte an. Dabei sollen auch mehrere Gebäude abgerissen werden, unter anderem die Glasfabrik, bei deren Schließung im Jahre 2006 fast 400 Arbeitnehmer von einem Tag auf den anderen ihren Arbeitsplatz verloren. Auch weitere Gebäude sollen bei den nächsten Sanierungsschritten abgerissen werden, um Platz für Neues zu schaffen.

Das mehr als 330.000 Quadratmeter große Areal ist am mehreren Stellen mit LCKW verunreinigt. Denn bei der Produktion von Bildröhren und Glühlampen spielten seinerzeit Lösemittel zur Reinigung von Roh- und Einsatzstoffen eine große Rolle. Wesentlicher Bestandteil solcher Mittel waren bis Anfang der 90er Jahre diese Leichtflüchtigen Chlorierten Kohlenwasserstoffe (LCKW). Gesundheitsschädliche Stoffe, je nach Art unter Umständen krebserregend. Etwa ein Viertel des gesamten Geländes muss deshalb saniert werden. Auf dem Gelände sind inzwischen rund 50 Gewerbebetriebe in verschiedenen Branchen angesiedelt, Philips nutzt selbst nur noch etwa ein Drittel der Fläche.

Kita ausgelagert

In einem ersten Schritt waren schon im Bereich VH, in unmittelbarer Nähe zur Kindertagesstätte Weißwasserstraße, große Mengen Boden ausgetauscht worden – insgesamt sind 9000 Kubikmeter abgefahren worden. Die Kita war währenddessen vorübergehend in Container an die Barbarastraße gezogen.

Schon damals war, auch vom Gesundheitsamt der Städteregion, versichert worden, dass von den Verunreinigungen keine Gefahren ausgingen. Das Grundwasser sei zwar verunreinigt, werde aber nicht genutzt. Die Stoffe könnten Menschen nur schaden, wenn sie damit in Kontakt kämen, was aber auf einem Industriegelände ausgeschlossen sei.

Jetzt stehen die beiden Bereiche VD2 (ehemaliges Chemikalienlager) und VG 6 (Bildröhrenproduktion) zur Sanierung an. Noch im Juli soll mit dem Rückbau der Glasfabrik begonnen werden, im September starten die Sanierungsarbeiten im Bereich VD2. Die anstehenden Maßnahmen sind Teil eines geänderten Sanierungskonzeptes, das in Zusammenarbeit mit dem neuen Eigentümer entstanden ist.

Seit Beginn des Jahres ist nämlich die Triwo AG neuer Besitzer des Industrieparks. Das Unternehmen befasst sich seit 20 Jahren schwerpunktmäßig mit der Entwicklung und Nutzungsänderung von Industriegebieten. „Wir wollen den Standort weiterentwickeln und attraktiver gestalten“, erklärt Daniel Sigmann, Projektentwickler bei der Triwo AG. „Der dafür notwendige Abbau von Gebäuden ermöglicht eine weitergehende und nachhaltige Sanierung und schafft Platz für Neues“, so Sigmann weiter. Zu den kurzfristig vorgesehenen Maßnahmen gehören der Abbruch der ehemaligen Glasfabrik und der Rückbau von Gebäuden im Sanierungsbereich VD2.

Von den Rückbau- und Sanierungsarbeiten geht nach Auskunft von Philips Deutschland keinerlei Gefährdung für die auf dem Betriebsgelände tätigen Mitarbeiter und Anwohner aus. Belästigungen durch Lärm, Staub und Erschütterungen werden sich nicht vollständig vermeiden lassen, sollen aber durch geeignete Maßnahmen möglichst gering gehalten werden. Für das Unternehmen ist die Sache teuer: Die Philips Technologie GmbH ist in Rothe Erde sanierungspflichtig.

Schon mehrere Millionen

Schon 2007 hatte das Unternehmen das in Sachen Umweltschutz führende internationale Sachverständigenbüro Tauw beauftragt, Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen für Rothe Erde zu planen und zu leiten. Allein die Untersuchungen beliefen sich auf zwei Millionen Euro. Für die Sanierung des ersten Bereichs waren noch einmal zwei Millionen Euro aufzubringen.

Den neuen Planungsstand der Rückbau- und Sanierungsmaßnahmen werden Vertreter der Philips Technologie GmbH und des beauftragten Sachverständigenbüros Tauw im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Montag, 24. Juni, um 18 Uhr in der Aula der Grundschule Barbarastraße und am Dienstag, 2. Juli, in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz der Stadt Aachen vorstellen.

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