Aachen - Sandkaulstraße ist in der Favoritenrolle

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Sandkaulstraße ist in der Favoritenrolle

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Bald Sitz der neuen Gesamtschule im Herzen der Stadt? Die Chancen für den Standort Sandkaulstraße stehen nach Abwägung aller Vor- und Nachteile gut. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Aachens vierte Gesamtschule soll an der Sandkaulstraße eingerichtet werden. Dafür spricht sich die Verwaltung in ihrer Vorlage für den Schulausschuss aus, der sich am nächsten Donnerstag mit der weiteren Entwicklung der Schulen in Aachen befasst.

Sollte die Politik dem Verwaltungsvorschlag folgen, würde dies zugleich das Ende für die Sekundarschule Kronenberg bedeuten. Sie wäre eine von insgesamt drei Schulen, die wegen der zurückgehenden Schülerzahlen auslaufen soll.

Die ehemalige Hauptschule Kronenberg, die inzwischen als Reformpädagogische Sekundarschule am Dreiländereck firmiert, hatte sich ebenfalls als Standort für die vierte Gesamtschule empfohlen. Erst später brachte sich die David-Hansemann-Realschule ins Gespräch, so dass die Vor- und Nachteile zweier Standorte abzuwägen sind. Jetzt liegt die Verwaltungsmeinung vor. Für die Sandkaulstraße spreche die zentrale Lage und die „hervorragende Anbindung” an das Busnetz. Zwar seien Umbauten nötig, doch der Aufwand halte sich in Grenzen, weil „die vorhandenen Gebäudekapazitäten für eine vierzügige Gesamtschule dauerhaft ausreichen werden”. Derlei Vorteile würden auch die Teilung des Schulkomplexes über die Sandkaulstraße hinweg aufwiegen.

Am Kronenberg sei hingegen absehbar, dass neue Gebäude errichtet werden müssten, zudem bestehe schon jetzt ein hoher Sanierungsbedarf. Nachteilig sei aber auch die Lage am westlichen Rand unweit der niederländischen Grenze, die sich auch in der Vergangenheit schon nachteilig auf die Anmeldezahlen ausgewirkt habe. Zudem könnte eine Konkurrenzsituation zur Heinrich-Heine-Gesamtschule in Laurensberg entstehen. Auch die Bezirksregierung bevorzuge daher den Standort Sandkaulstraße.

Mit diesen Argumenten werden sich die Schulpolitiker in ihrer Sitzung am 28. Oktober (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße, Raum 207/208) auseinandersetzen müssen, wobei die grundsätzliche Marschrichtung klar ist: CDU, SPD, Grüne und Linke wollen die vierte Gesamtschule, die FDP ist weiter dagegen.

Der Wille der Eltern ist seit Jahren eindeutig: Immer weniger wollen ihre Kinder an Haupt- und Realschulen anmelden, immer mehr streben stattdessen zu den Gymnasien und Gesamtschulen. Jahr für Jahr müssen die drei vorhandenen Gesamtschulen jedoch mehrere hundert Interessenten mangels Kapazität abweisen.

Mit der Umwandlung der David-Hansemann-Realschule in eine Gesamtschule könnte die steigende Nachfrage befriedigt werden, zugleich wäre die Schließung weiterer Realschulen vom Tisch - die anderen vorhandenen gelten dadurch als gesichert.

Geschlossen werden sollten jedoch aus Sicht der Verwaltung neben der Schule am Kronenberg noch die Hauptschule Eilendorf und die Klaus-Hemmerle-Hauptschule. Beide leiden unter schwachen Anmeldezahlen. Weil es jedoch von katholischer Seite den starken Wunsch gibt, die Klaus-Hemmerle-Schule zu erhalten, ist daran gedacht, das katholische Angebot zu erhalten. Eine denkbare Variante: Die Hauptschule Burtscheid unter neuem Namen und katholischer Programmatik weiterzuführen.

Die endgültigen Entscheidungen werden die Politiker erst im Dezember treffen - bis dahin wird es noch viele Gespräche und wohl auch viel Widerstand geben.
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