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Saint Gobain wird 2015 eine neue Heimat am Alten Tivoli haben

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Saint Gobain-Chef Hartmut Fischer reckt den Arm mit der frisch befüllten Zeitkapsel im Beisein von OB Marcel Philipp (v.l.), Investorenvertreter Markus Wiedenmann und Architekt Gerhard Wittfeld in die Luft. Foto: Krömer

Aachen. Grundsteinlegung an der Krefelder Straße: Der französische Glasriese Saint Gobain zieht mit seiner deutschen Generaldirektion vom Vegla-Haus im Frankenberger Viertel auf das Gelände des Alten Tivoli.

An der Krefelder Straße, quasi auf „heiligem“ Alemannen-Boden, wurde am Dienstag der Grundstein für ein neues Kada-Wittfeld-Projekt gelegt, das von dem Kölner Entwickler Art-Invest Real Estate gebaut wird und Mitte 2015 fertig sein soll.

Das international bekannte Architekturbüro Kada-Wittfeld wolle, so der Aachener Architekt Gerhard Wittfeld bei den Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung, eine stadtnahe Architektur in „zeitloser Ästhetik“ verwirklichen. Der Vorzeige-Bau des Büros ist die Zentrale der Aachen-Münchener Versicherung an der Borngasse, mit dem der jetzige Saint Gobain-Entwurf durchaus Ähnlichkeiten aufweist.

Ebenso wie Architekt Wittfeld selber machte am Dienstag gleichermaßen der deutsche Saint Gobain-Chef Hartmut Fischer deutlich, dass man besonders stolz auf die außergewöhnlich gute Energiebilanz des Gebäudes sei, bei dem man natürlich dem vorrangigen Produkt des Konzerns, dem Glas, den Vorrang gegeben habe. Man wolle bereits Mitte 2015 umziehen, sagte Fischer. „Das ist genau in dem Jahr, in dem das Unternehmen Saint Gobain seinen 350. Geburtstag feiern wird“, deutete Fischer auf die traditionsreiche Unternehmensgeschichte hin.

Vor Fischer hatten Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Vertreter von Art-Invest, Markus Wiedenmann, vor der extra mit einem Bus aus dem Frankenberger Viertel angereisten Belegschaft der Firma das Wort. OB Philipp sagte, er freue sich insbesondere darüber, dass sich das nördliche Eingangstor zur Stadt, die Krefelder Straße, inzwischen rasant entwickele. Nach einem Supermarkt und dem neuen Trianel-Bau neben dem Tivoli setze Saint Gobain jetzt entscheidende architektonische Akzente an der Stelle des Alten Tivoli.

Der am Dienstag in den Boden versenkte Grundstein des Saint-Gobain-Baus mit einer Fläche von 4600 Quadratmetern auf drei Etagen hat es durchaus in sich. Mit großer Freude befüllte Firmenchef Fischer unter den Augen von OB Philipp, Projektleiter Wiedenmann und dem Architekten Wittfeld eine sogenannte Zeitkapsel mit Gegenständen, „die künftigen außerirdischen Archäologen hoffentlich viel Kopfzerbrechen machen werden“, meinte Fischer.

Das könnte durchaus sein, denn in den etwa einen halben Meter langen Stahlcontainer stopften die vier Festredner neben zwei Tageszeitungen, darunter die Ausgabe der „Nachrichten“ vom Dienstag, und dem Bauplan des Gebäudes so exotische Produkte wie Fliesenmuster, die aus der Produktpalette des Milliarden-Konzerns stammen. Hinzu kamen Glaswolle, Rigidur-Rigips, Gitterglasgebewebe und „wartungsfreie Gleitlager“, eine Düse und das gläserne Logo des Konzerns. Das alles wird künftigen Forschern vermutlich sehr exotisch vorkommen. Für Fischer sollen die „Artefakte“ den „guten Geist“ in das neue Haus bringen.

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