„RWTH transparent“: Blick zurück voller Stolz

Von: Axel Borrenkott
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Buntes Programm in der Aula: Rektor Ernst Schmachtenberg (2.v.l) und seine Kollegen blickten zurück und nach vorn, unterstützt von den Grußrednern Marcel Philipp (r.) und Martin Schulz (2.v.r). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Man kann sich in jedem Jahr wieder fragen, ob denn der enorme Aufwand angemessen ist, mit dem die RWTH zu Beginn des Jahres eine öffentliche „Show“ vorführt und sich für nahezu alles noch einmal lobt, was sie im vergangenen Jahr geleistet hat und was sie künftig Imposantes zu tun gedenkt.

„RWTH transparent“ nennt sich diese zweistündige Veranstaltung, die stets die Aula mit Hochschulangehörigen und Gästen aus Wirtschaft und Politik ganz und gar füllt.

Die Transparenz hält sich dabei in den Grenzen der bereits veröffentlichen Zahlen und Daten und schimmert nur – immerhin – in einigen selbstironischen Sentenzen des Showmasters und Kanzlers Manfred Nettekoven durch. So als er die mehr oder weniger strahlenden Mienen auf dem Foto des Rektorats mit der Bemerkung kommentierte: „Je länger man dabei ist, umso müder der Gesichtsausdruck.“ Womit dann auch gleich die im vergangenen Frühjahr zwangsläufig transparent gewordenen Müdigkeiten in der Hochschulleitung locker überspielt waren.

Die Antwort, warum sich eine solche Veranstaltung lohnt, gaben in diesem Jahr vor allem die beiden Grußredner. Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, führte der RWTH in einem flammenden Appell vor Augen, welche Verantwortung letztlich auf ihr und überhaupt auf den Hochschulen Europas laste. Wohlstand, Freiheit, Demokratie, zivile Grundrechte, kurzum „das ganze europäische Gesellschaftsmodell zu bewahren, das ist auch eine Aufgabe der Akademien“. Und deshalb, das galt nun unmittelbar der RWTH, „leisten Sie so ungeheuer wichtige Arbeit“.

Auf die setzt ganz unverblümt auch der Aachener Oberbürgermeister. „Die RWTH prägt wie nie zuvor die Entwicklung der Stadt und der Region“, sagte Marcel Philipp, um dann die „Campus-Erweiterung“ ein „erstaunliches Konzept“ zu nennen, von dem wir „nun wissen, es geht vorwärts“. Darauf sind bekanntlich viele Aachener gespannt.

Die „Herkulesaufgabe“ für alle liegt aber viel näher: Mit dem Doppelabi werden mehr Studenten nach Aachen strömen, „als wir unterbringen können“. „Am meisten erschüttert“, habe die Hochschule im vergangenen Jahr natürlich die Exzellenzinitiative, bei der „nicht alle Projekte auf der Siegerstraße gewesen“ seien, wie es Ernst Schmachtenberg ausdrückte. Umso beeindruckender die Zahlenkolonnen, die der Rektor sodann vorführte: In sämtlichen Rankings an Fördergeldern und Drittmitteln wie auch bei den Stipendien liegt die RWTH wiederum an der Spitze aller Hochschulen in Deutschland. Eine stolze Leistung.

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