Aachen/Silverstone - RWTH-Rennteam Ecurie Aix: Von Silverstone nach Hockenheim

RWTH-Rennteam Ecurie Aix: Von Silverstone nach Hockenheim

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:
5925933.jpg
Ein Motorschaden wirft das Aachener Team Ecurie Aix auf der Rennstrecke in Silverstone zurück. Jetzt geht es mit Hochdruck an die nächste Herausforderung auf dem Hockenheimring. Hier soll der „Heimbonus“ ziehen. Foto: Ecurie Aix
5925934.jpg
Rang 9 erreichte der RWTH-Flitzer in Silverstone im Dauerslalom.

Aachen/Silverstone. Der ganz große Sprung nach vorn hat dann doch nicht geklappt – wegen technischer Probleme. Aber das Team Ecurie Aix von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen hat sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. Im Gegenteil.

Aus dem Abschneiden bei der „Formula Student“ auf der Formel-1-Rennstrecke im britischen Silverstone schöpfen die angehenden Ingenieure, Betriebswirte und Spezialisten anderer Fachrichtungen ihre Motivation, nun eben beim bevorstehenden „Heimrennen“ auf dem Hockenheimring erneut anzugreifen und damit die Konkurrenz in die Schranken zu weisen.

Die Aachener Nachwuchswissenschaftler haben komplett in eigener Regie einen schnittigen Rennwagen entwickelt und gebaut. Doch weil in der Konstruktionsphase der eine oder andere technische Aussetzer mehr als erwartet behoben werden musste, fehlte letztlich vor der Abreise nach Großbritannien die Zeit, das Fahrzeug ausgiebig auf der Teststrecke des RWTH-Instituts für Kraftfahrzeuge in allen Facetten auszuprobieren und sich an die komplexen Aggregate zu gewöhnen.

„Nach sehr zufriedenstellenden Ergebnissen“, berichtet das 19-jährige Teammitglied Mario Zerbe, „wurden wir leider beim Autocross auf der Sprintstrecke durch einen Motorschaden zurückgeworfen.“ Zwar habe Ecurie Aix innerhalb von nur wenigen Stunden den kompletten Motor austauschen können. „Doch haben wir uns entschieden, das Hauptrennen, die ,Endurance‘, nicht zu fahren“, fügte Zerbe in seiner Nachbetrachtung an. „Dadurch wollten wir vermeiden, durch überhastete Entscheidungen einen weiteren Motor kaputtzumachen und somit nicht mehr in Hockenheim antreten zu können.“

In den bis dahin absolvierten Teilwettbewerben habe Ecurie Aix eine solche Konstanz auf die Strecke gelegt, „die uns mit Sicherheit in die ,Top zehn‘ gebracht hätte“, ergänzte Zerbe.

Die beste Platzierung wurde im „Skid Pad“ eingefahren, Rang neun: Hierbei muss der Rennwagen quasi Dauerslalom fahren – in Form einer „8“. Dabei erweist sich auch, ob etwa die Radaufhängungen gut genug sind oder der Wagen in den Kurven rasch auszubrechen droht. Die „Business Presentation“ wurde mit Platz elf abgeschlossen. Hierbei kam es darauf an, fiktive Investoren davon zu überzeugen, in das eigene Unternehmen Geld zum stecken.

Gleich war die Bewertung auch bei der „Acceleration“ – wo die Beschleunigung zum Maßstab genommen wurde, allerdings im direkten Wettstreit mit Elektrofahrzeugen, die bekanntlich einen sehr spurtstarken „Antritt“ haben. Im reinen Vergleich der mit Verbrennungsmotoren angetriebenen Flitzer kam Ecurie Aix sogar auf Platz sechs. Im „Cost Report“ (Platz 14) wird die finanzielle Planung für den Rennwagen möglichst überzeugend der Fachjury zur Kenntnis gebracht. Beim „Design Event“ (16.) soll den Experten erklärt werden, warum man den Wagen in der präsentierten Form gebaut hat.

Unterm Strich kam dann Platz 34 für die Aachener heraus. „Dafür, dass wir zwei Rennen nicht gefahren sind, ist das ein sehr gutes Ergebnis“, zeigt sich Zerbe zufrieden. Insgesamt gingen in Silverstone knapp 100 Teams auf die Rennstrecke. Die Fahrer der Eidgenössischen Technischen Hochschule aus Zürich in der Schweiz holten sich den Gesamtsieg.

Am Dienstag geht‘s los

Mario Zerbe: „Wir haben gesehen, wie schnell unser Auto ist. Und man darf nicht vergessen, dass unsere Fahrer erst jetzt die Möglichkeit hatten, sich an das Auto zu gewöhnen. Wir können uns also sehr zuversichtlich auf Hockenheim freuen.“

Der deutsche Formula-Student-Wettbewerb geht von Dienstag, 30. Juli, bis Sonntag, 4. August, über diesen Rennkurs in Baden-Württemberg.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert