RWTH-Hörsaalzentrum: Später und bescheidener

Von: Werner Breuer
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„Leute, beeilt euch!” Beim ersten Spatenstich hatte RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg aufs Tempo gedrückt. Zwei Monate später ist klar, dass der geplante Fertigstellungstermin nicht zu halten ist. Foto: Harald Krömer

Aachen. Beim ersten Spatenstich Anfang Dezember hatte der RWTH-Rektor noch kräftig aufs Tempo gedrückt. „Im Oktober 2013 brauche ich die Hütte hier”, sagte Ernst Schmachtenberg seinerzeit auf dem Brachgrundstück an der Claßenstraße.

Dort soll eines der größten Hörsaalgebäude Europas entstehen, vom Rektor sehnsüchtig erwartet, weil die RWTH unter anderem den erwarteten Studentenansturm durch den doppelten Abiturjahrgang im kommenden Jahr auffangen muss. Doch zwei Monate später ist klar, dass Schmachtenberg auf seine Hütte etwas länger warten muss und diese auch etwas bescheidener ausfallen wird.

Schuld - auch an der Verzögerung - ist das liebe Geld. Das kommt aus dem Hochschulmodernisierungsprogramm (HMoP), mit dem die Düsseldorfer Landesregierung die Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre verbessern will. Von den rund zwei Milliarden Euro, die in einem ersten Schritt bis 2015 verbaut werden sollen, fließen alleine 230 Millionen Euro nach Aachen. Und hier gehört das Hörsaalzentrum an der Claßenstraße zu den größten Projekten der hiesigen Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB), der Schmachtenberg die Hütte hinstellt.

Passt nicht unter den Deckel

Beim Hochschulmodernisierungsprogramm sei das Budget gedeckelt, erklärt ein Sprecher des BLB. Und beim genaueren Nachrechnen der Baukosten für die geplanten elf Hörsäle, 16 Seminarräume nebst Pausenhalle, Café, Lager sowie Physiksammlung und weitere Arbeitsbereiche stellte sich heraus, dass das Ganze nicht unter den Deckel passt. Der liegt bei 40 Millionen Euro zuzüglich fünf Millionen anteilige Planungskosten. Weil der Entwurf des dänischen Büros „schmidt hammer lassen architects” aus Aarhus etwas höhere Kosten als genehmigt verursacht hätte, wurde er vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb passend gemacht.

Laut BLB-Sprecher wurde dabei aber der Grundgedanke des Architektenwettbewerbs beibehalten. In der überarbeiteten Planung wurden zwei Hörsäle gestrichen, die Seminarräume sind nicht mehr ebenerdig angeordnet, sondern kompakter über den beiden großen Hörsälen. An der Fassade fallen einige Vor- und Rücksprünge sowie die Begrünung weg, außerdem werden kostengünstigere Materialien verbaut. Unterm Strich bleibt es aber bei mehr als 4000 Hörsaalplätzen.

Für diese Änderungen brauchten die Planer natürlich Zeit. Alles musste mit der RWTH und den beteiligten Ministerien abgestimmt werden, Genehmigungen und der Segen von Aufsichtsratsgremien konnten erst später eingeholt werden - kurzum: die Ausschreibung verzögerte sich. Inzwischen sind die Rohbaugewerke ausgeschrieben und der BLB geht davon aus, dass die Bauleute - entsprechende Witterung vorausgesetzt - in den nächsten Wochen loslegen werden.

Das neue Hörsaalgebäude sollte dann Anfang 2014 fertig sein und der TH übergeben werden. Die Hochschule geht davon aus, den Bau zum Sommersemester 2014 nutzen zu können. Ein halbes Jahr müsste dann überbrückt werden. Nach Angaben einer RWTH-Sprecherin wird derzeit intensiv nach Übergangslösungen gesucht. Konkrete Überlegungen gebe es bereits, in trockenen Tüchern sei aber noch nichts. Immerhin aber liefen „sehr konkrete Gespräche”.
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