RWTH hilft beim Aufbau einer großen Uni im Oman

Von: unserem Mitarbeiter Axel Costard
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Aachen. Es ist ein Land voller Gegensätze: In den Städten entwickelt sich eine moderne Informationsgesellschaft, auf dem Land herrschen mittelalterliche, archaische Strukturen. Der Oman, ein Sultanat am gleichnamigen Golf, wird ab Herbst die Wahlheimat von Professor Burkhard Rauhut werden, derzeit noch Rektor an der RWTH Aachen.

Die Technische Hochschule ist in der Hauptstadt Maskat zurzeit am Bau einer Universität beteiligt, der „Oman-German University of Technology” (OGTech), an der Rauhut nach seiner Emeritierung Ende Juli sein Berufsleben fortsetzen wird - zusammen mit einigen anderen Aachener Kollegen.

Michael Jansen, der Bauhistoriker, ist schon seit vielen Jahren am Golf mit Ausgrabungen beschäftigt. Zu ihm werden die emeritierten Professoren Günter Flügge, Hochenergiephysiker, und Heiner Hoffmann, Architekt, stoßen.

Rauhut hat keine Angst, dass die RWTH im größeren Umfang Fachkräfte an den Oman verlieren könnte, denn das Gehaltsgefüge sei unter Berücksichtigung des dortigen Lebensstandards allenfalls „vergleichbar”. Er wird einen Zwei-Jahres-Vertrag bekommen und die OGTech zu einer großen Universität ausbauen.

Derzeit stehen der neuen Hochschule, die Studiengebühren in Höhe von 10.000 Euro im Jahr verlangt, nur zwei Villen zur Verfügung, die bisher vom Religionsministerium genutzt wurden. Doch der Lehrbetrieb soll sich bis zum Jahr 2012 auf eine Fläche von 500.000 Quadratmetern ausdehnen, mit dann etwa 2000 bis 3000 Studenten. Bislang sind es nur 58, die einige Grundkurse in Mathematik, Physik und Chemie belegen.

Der Religionsminister Sheik Abdullah bin Mohamed Al-Salmi, der am Mittwoch Aachen besucht hat, ist einer der Protagonisten des ambitionierten Projektes, das, so Rauhut, als eine Art „Franchise-Unternehmen” aufgebaut ist: Der gute Ruf und ein Teil des Personals komme aus Deutschland, die Finanzen ausschließlich vom Oman.

Lediglich der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD) werde Geld in die Qualitätssicherung stecken, erklärte Rauhut. Und einen Professor: Robert Schmitt vom Werkzeugmaschinenlabor (WZL).

Der Religionsminister traf im Weißen Saal mit Oberbürgermeister Jürgen Linden und den künftigen Lehrkräften Jansen und Rauhut zusammen. Der OB erhofft sich von dem Projekt, dass nicht nur die Wissenschaften, sondern auch „Menschlichkeit” an den Golf getragen werde.

Linden ordnete den Besuch aus dem Oman in einem langen historischen Kontext ähnlicher Visiten aus der arabischen Welt ein, angefangen im Jahre 800 unter Karl dem Großen. „Wir Aachener sind dadurch sehr offenherzig geworden”, sagte der OB. Der Scheich antwortete: Auch der Oman sei offenherzig, unter Bismarck habe es bereits Kontakte nach Deutschland gegeben.

Viele Frauen

Der Anteil von Frauen, die im Oman studieren, ist laut Rauhut außerordentlich groß: Rund 70 Prozent der Studenten seien weiblichen Geschlechts, allerdings aus einem ganz bestimmten Grund: „Die Jungs schickt man ins Ausland, aber die Frauen werden behütet.”

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