Aachen - Runter vom Rad in der Fußgängerzone

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Runter vom Rad in der Fußgängerzone

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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In der Burtscheider Fußgängerzone ist Radfahren nicht erlaubt: Dafür haben nicht alle Verständnis.

Aachen. Die junge Radfahrerin zeigt sich einsichtig. Sie ist mit ihrem Fahrrad durch die Fußgängerzone am Burtscheider Markt gefahren. Das ist verboten. Ein Polizist macht sie freundlich darauf aufmerksam und fordert sie auf, ihr Rad in Zukunft zu schieben.

Bis zu 500 Radfahrer in einem Monat werden hier laut Ordnungsamt schon mal erwischt. Offensichtlich mag kaum einer freiwillig vom Rad steigen. Doch das ist laut Hauptkommissar Hans-Dieter Wisniewski, bei der Polizei zuständig für Unfall-Prävention, nicht ganz unproblematisch. „Burtscheid ist Kurgebiet”, sagt er, „und gerade die älteren Passanten fühlen sich durch die Radfahrer oft belästigt.” Ein Unfallschwerpunkt seien die Fußgängerzonen aber nicht, sagt er.

Um auf die Problematik hinzuweisen, haben die Stadt Aachen und die Polizei gemeinsam mit dem Deutschen Fahrrad-Club einen Aktionstag organisiert. „Es geht uns in erster Linie darum, für Rücksichtnahme zu werben und zu informieren”, sagt Dr. Stephanie Küpper, Leiterin des Projekts „FahrRad in Aachen”. Denn die Regelungen in Aachens Fußgängerzonen sind ganz unterschiedlich.

Während in der Burtscheider Fußgängerzone die Durchfahrt für Radfahrer beispielsweise verboten ist, sieht es am Münsterplatz ganz anders aus. Hier ist das Radfahren erlaubt, auf dem Katschhof wiederum nicht. Weil die Lage so unübersichtlich ist, hat die Stadt Aachen im Rahmen des Projekts „FahrRad in Aachen” ein kleines Faltblatt herausgegeben, das die unterschiedlichen Regelungen anschaulich darstellt.

Am Burtscheider Markt und später auch an der Großkölnstraße sprechen die Polizisten immer wieder die Radfahrer an, die nicht abgestiegen sind. Nicht alle haben Verständnis. Ein Herr mit Fahrradhelm, der auch ansonsten perfekt ausgestattet ist, ärgert sich. „Ich fahre immer vorsichtig”, sagt er. „Das ist doch alles kein Problem, wenn ich langsam und aufmerksam durch die Fußgängerzone fahre.” Die Polizisten bringen ein gewisses Verständnis auf für seine Argumentation. Dennoch: Das Radfahren an dieser Stelle ist verboten. Wer sich nicht daran hält, muss im Ernstfall mit einer Geldbuße rechnen.

Die Polizei verteilt auch gleich einen Zettel, auf dem nachzulesen ist, was welches Vergehen kosten. Besonders wichtig ist es laut Hauptkommissar Wischniescki auch, dass eigene Rad in Schuss zu halten: „Bremsen und Beleuchtung müssen einwandfrei funktionieren.” Das sei das A und O der Sicherheit - ebenso wie ein Helm und reflektierende Kleidung. Immer wieder geht die Polizei in die Schulen, um den Kindern schon von klein auf die wichtigsten Regeln beizubringen.

Hand in Hand mit der Polizei arbeitet Stephanie Küpper vom Projekt „FahrRad in Aachen”. Sie und ihre Mitarbeiter werben für das Fahrrad als Verkehrsmittel. Und das mit Erfolg, wie Küppers meint. Die Aktionen in den Schulen trügen erste Früchte. In der Grundschule „Am Höfling” seien jetzt beispielsweise 23 Prozent mehr Kinder mit dem Fahrrad unterwegs als zuvor.

Hier sei auch zum ersten Mal in Aachen eine Elternhaltestelle eingerichtet worden, um den Verkehr unmittelbar vor der Schule zu entlasten. Gegenseitige Rücksichtnahme ist laut Küpper am wichtigsten. „Dann können Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger auch gut miteinander auskommen.”
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