Aachen - „Rugby ist nicht gefährlicher als Fußball”

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„Rugby ist nicht gefährlicher als Fußball”

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Am Samstag wird auf der Geburtstagsfeier ddes Rugby Clubs Aachen viel geboten. Eine tolle Feier versprechen Helmut Wallrafen-Dreisow und Heinz Schreiber (hintere Reihe in den dunklen Jacken, v.l.), während Alexander Mertens und Tom Tropartz (vorne v. l.), die NRW-U-16-Meister, zeigen, was sie drauf haben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Rugby? Das spielt man doch in England, Australien und Frankreich. Aber in Aachen? Ja, auch in Aachen. Und zwar ziemlich erfolgreich.

Der Rugby Club Aachen (RCA) hat es in 30 Jahren seit seiner Gründung von gerade mal sieben Mitgliedern auf 204 gebracht. Davon sind 110 Mitglieder, Jungen und Mädchen, zwischen sechs und 18 Jahren.

„Wir leisten eine gute Jugendarbeit”, ist RCA-Präsident Helmut Wallrafen-Dreisow überzeugt. Sein Vize Heinz Schreiber - beide sind Gründungsmitglieder des RCA - wirft ein: „Wir sind der größte Rugby-Club in Nordrhein-Westfalen.” In NRW gebe es etwa 30 Vereine, vor allem in Hochschulstädten sei der Sport populär.

Auch in Aachen ist der RCA aus dem Hochschulsport entstanden. „Mittlerweile sind aber alle Berufsgruppen bei uns vertreten”, sagt Wallrafen-Dreisow und ist stolz darauf, „dass fast alle, die am Anfang dabei waren, geblieben sind”.

„Beim Rugby macht es nichts, ob man dick, dünn, langsam oder schnell ist”, rühmen Wallrafen-Dreisow und Schreiber das Spiel mit dem Ball, der so aussieht wie ein Ei. „Ja”, gibt Schreiber zu, „der Sport sieht gefährlich aus, er ist aber nicht gefährlicher als Fußball”, behauptet er.

„Im Gegenteil, er ist geradezu ideal, um Aggression abzubauen”, argumentiert Präsident Wallrafen-Dreisow. Vor allem lernten die Jugendlichen, auch mal was einzustecken, „und eiserne Regeln zu akzeptieren”, ergänzt Schreiber. „Bei uns wird nicht mit dem Schiedsrichter über Entscheidungen diskutiert, das hätte Auswirkungen auf die ganze Mannschaft. Wenn es was zu besprechen gibt, redet allein der Mannschaftskapitän mit dem Schiedsrichter”, beschreibt Schreiber und glaubt, dass solche Regelungen gerade in heutiger Zeit für Jugendliche von Bedeutung seien.

In den 30 Jahren ist der RCA quer durch Aachen vagabundiert. „Zuerst waren wir in Driescher Hof auf einem Sportplatz. Andere Vereine haben uns da belächelt, weil gleich neben dem Tor eine alte Eiche stand, deren Stamm wir immer mit Matten schützen mussten”, erinnert sich Wallrafen-Dreisow.

Von da aus seien die Rugbyspieler nach Burtscheid ins Ludwig-Kuhnen-Stadion gezogen, dann ins Waldstadion, und immer weiter, bis man schließlich in Laurensberg endgültig heimisch wurde. „Die Bezirksvertretung und die Bezirksverwaltungsstelle hat uns dabei sehr unterstützt”, loben Präsident und Vizepräsident.

Gemeinsam mit dem VFJ Laurensberg haben sie auf dem Sportplatz Hander Weg, gleich neben dem Schulzentrum, ein Clubhaus in Eigenleistung hochgezogen. Das gehört jetzt zu einem Drittel dem VFJ und zu zwei Dritteln dem RCA.

Stolz sind die Rugbyspieler auf ihre sportlichen Leistungen. „Wir spielen in der Regionalliga, wir haben Schülermannschaften von der D-Jugend bis zur A-Jugend, unsere U-16-Mannschaft wurde NRW-Meister, einige unserer Spieler haben es sogar in die WM-Auswahl geschafft, darunter Mustafa Güngör als Kapitän, dazu Daniel Schreiber, Stephan Uebachs und Michael Wagner”, teilt Pressesprecher Fabian Müller-Lutz mit. Seit sieben Jahren sei auch das Frauen-Rugby mit den Rug-Beez in Aachen etabliert.

Eine Besonderheit hat der RCA aufzuweisen, nämlich das Euregio-Oldie-Team. „Da spielen wir zusammen mit Herren aus Maastricht, Heerlen und Visé. Einfach aus Spaß an der Freud´”, sagt der 61-jährige Schreiber.

Am Samstag wird der 30. Geburtstag kräftig gefeiert. Auf dem Sportplatz Hander Weg 89, treten ab 14 Uhr verschiedene Schülermannschaften gegeneinander an. Ab 16 Uhr sind die legendären Oldies dran. Eine Stunde später werden die Damenmannschaften und die Jugendmannschaften ihr Können unter Beweis stellen.

Um 18.30 Uhr wird Bürgermeister Björn Jansen, der gleichzeitig Vorsitzender des Stadtsportbundes ist, die Feier eröffnen, um 19 Uhr spielt die erste Mannschaft des RCA gegen die Aachen Barbarians RFT.

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