Aachen - Rückzug der Schlagersause: Ertönt bald das letzte „Olé“ in der Soers?

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Rückzug der Schlagersause: Ertönt bald das letzte „Olé“ in der Soers?

Von: Holger Richter
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Im vergangenen Jahr stömten angeblich 60.000 Zuschauer zu „Aachen Olé“ in die Soers. In der kommenden Woche erwartet Veranstalter Markus Krampe 30.500 Schlagerfreunde. Doch nach einigem Ärger mit der Stadtverwaltung erwägt der Konzertmanager nun, im kommenden Jahr mit seinen Olé-Festivals einen Bogen um Aachen zu schlagen. Foto: Andreas Steindl
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Veranstalter Markus Krampe erwägt einen Rückzug seines Olé-Festivals aus Aachen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. In genau einer Woche steigt wieder sie wieder, die große Partysause „Aachen Olé“ in der Soers. Zum dritten Mal macht dann die Festival-Reihe Station in Aachen. Vielleicht zum letzten Mal. Denn Veranstalter Markus Krampe ist derzeit – zumindest auf Teile der Aachener Stadtverwaltung – nicht gut zu sprechen.

„Die Zusammenarbeit mit der Stadt Aachen ist“, sagte er und macht eine kleine Pause, „speziell.“ Er halte bei der Organisation seiner Schlagersause alle gesetzlichen Vorgaben ein, und dennoch mache ihm die Stadt Auflagen, die er nirgendwo anders erfüllen müsse.

Dabei sei die Veranstaltung solcher Events sein Tagesgeschäft, für die Olé-Festivals ist er im vergangenen Jahr sogar mit dem Live Entertainment Award (LEA) ausgezeichnet worden, „und zwar vor Veranstaltungen wie Rock am Ring oder Wacken“.

Mit Blick auf das kommende Jahr weiß er noch nicht, ob er sich den Stress mit der Stadt Aachen noch einmal antut. „Das wäre schade für die Leute, die immer eine tolle Stimmung machen in Aachen“, sagt Krampe. „Und schade um das schöne Festivalgelände in der Soers.“

Die Stadt Aachen sieht das freilich etwas anders. „Wir haben die Genehmigung für das Festival noch nicht erteilt“, sagt Stadtsprecher Hans Poth, „weil der Veranstalter noch nicht alle Auflagen erfüllt hat.“ Auch sein Sicherheitskonzept sei fehlerhaft gewesen, so Poth, „und erst am vergangenen Dienstag hat er ein neues eingereicht, worin aber immer noch nicht die geforderte Anzahl an Sanitätern aufgeführt war“. Doch dieses Problem sei inzwischen ausgeräumt, wie Krampe am Freitagnachmittag bestätigte.

Hauptstreitpunkt zwischen Stadt und Veranstalter ist offenbar ein Zählsystem, dass die Stadt nach dem Hickhack um die offizielle Zuschauerzahl im vergangenen Jahr nun fordert. Markus Krampe hatte seinerzeit 60.000 Zuschauer angegeben, obwohl die Stadt nur 27.500 zugelassen hatte, und das mit einem großflächigen Wechsel des Publikums im Laufe des Tages erklärt.

Für kommenden Samstag kündigt er an: „Wir haben eine Zulassung von 30.500 Zuschauer, und ich bin zuversichtlich, dass wir genau so viele auch in der Soers begrüßen können“, sagte Krampe mit Blick auf den Kartenvorverkauf. „Und keinen einzigen mehr“, fügt der Musikmanager – unter anderem von Michael Wendler – mit Nachdruck hinzu. Denn der Stadt war die Zuschauerzahl im vergangenen Jahr ein „Dorn im Auge“, wie auch Krampe bestätigt. Doch nun fordere die Stadt, dass dieses Zählsystem von Mitarbeitern der Herstellerfirma betreut wird, erzählt Krampe, „um Manipulationen auszuschließen“.

Hans Poth bestätigt diese Begründung, das Problem für Krampe besteht allerdings darin, dass die Mitarbeiter der Herstellerfirma teurer sind als studentische Hilfskräfte, die er einstellen würde. „Dabei hat mir die Herstellerfirma genau dazu geraten, denn sie würden selbst nur studentische Hilfskräfte einsetzen“, sagt der Konzertveranstalter. „Bei allen Auflagen, die der Sicherheit dienen, bin ich sofort dabei“, sagt der Konzertveranstalter gegenüber den „Nachrichten“, aber solche Dinge ließen ihn mit dem Kopf schütteln.

„Dabei mache ich doch Werbung für die Stadt Aachen“, fügt Krampe hinzu, denn beim Kartenverkauf sehe er, „dass viele Besucher aus dem Umland extra für das Olé-Festival nach Aachen kommen.“ Den Werbeeffekt beurteilt die Stadt allerdings etwas anders. „Eine Werbung für die Stadt sind die Karlsausstellungen, die derzeit laufen“, sagt Hans Poth. Aber auch der Stadtsprecher räumt ein, „es gibt sicherlich viele Besucher – in Aachen und darüber hinaus –, die sich auf dieses Festival freuen.“

Allen Meinungsverschiedenheiten zum Trotz macht eine Tatsache keine Probleme mehr: das parallel stattfindende Spiel der Alemannia gegen Fortuna Düsseldorf II. „Da haben wir uns auf eine Lösung geeinigt“, sagt Markus Krampe mit einem expliziten Lob an den Aachener Ordnungsamtschef Detlev Fröhlke. „Wir haben unseren Einlass um eine Stunde auf 11 Uhr vorverlegt und die Alemannia spielt auch eine Stunde früher um 13 Uhr. So halten wir die Zuschauerströme etwas auseinander.“ Und er fügt hinzu: „Das wird keine Probleme geben.“ Wenigstens das nicht.

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