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Rückhaltebecken zu voll: Großeinsatz in Haaren

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Stundenlanger Großeinsatz der Feuerwehr am Donnerstag im Kern des Stadtbezirks Haaren: Etwa 30 Keller liefen voll, weil ein Regenrückhaltebecken nicht richtig funktionierte. In manchen Untergeschossen entstand beträchtlicher Sachschaden.

Aachen. Da hätten auch die Paletten mit Sandsäcken nicht geholfen, die die Feuerwehr in Kornelimünster schon gefüllt hat, falls dort die Inde über die Ufer tritt: Heimtückisch und ohne Vorwarnung schlichen sich am Donnerstag große Mengen Wasser in Dutzende Keller des Haarener Ortskerns.

Los ging es mit dem Phänomen gegen 17 Uhr. Ein Feuerwehrsprecher gegen 18 Uhr: „Ganze Straßenzüge stehen unter Wasser.” Nicht die Fahrbahnen waren jedoch überflutet, sondern die Keller der Gebäude an den Straßen, meist mehrere nebeneinander. Anfangs dachten viele Hausbesitzer noch an verstopfte Rohre, mancher verständigte einen Schnellreinigungsdienst. Doch die Handwerker konnten nichts mehr ausrichten: „Da hilft nur noch die Feuerwehr.”

Und die rückte in immer größerer Zahl an. Gegen 18.30 Uhr blitzten auf allen vier Seiten der Kreuzung Alt-Haarener-Straße/Auf der Hüls/Germanusstraße die Blaulichter diverser Einsatzwagen - ein gespenstisches Bild. Für die Häuser und ihre Bewohner hatte das mitunter einschneidende Folgen: Sicherungen brannten durch, Heizungen fielen aus, in einer Arztpraxis etwa waren alle elektrischen Geräte nicht mehr zu benutzen.

Bis zu einen halben Meter hoch stand die schmutzige Brühe, der die aus vielen Stadtteilen zusammengetrommelten freiwilligen Wehrleute mit dem Einsatz zahlreicher Pumpen zu Leibe rückten. Oft führten von einem Löschfahrzeug mehrere Schläuche in benachbarte Häuser gleichzeitig. Das Problem war, dass die unerwünschte Wasserflut zunächst nicht endete, ständig sickerte Wasser durch Wände und Böden - Alptraum jedes Hausbesitzers.

Zunächst wurde ein Zusammenhang mit dem Wurmbach vermutet, der zu einem reißenden Gewässer mutiert war. Da er jedoch noch einen relativ normalen Pegel aufwies, deutete einiges auf einen möglicherweise blockierten Abwasserkanal hin - die Stadtwerke wurden hinzugezogen. Störtrupps mussten in einigen Häusern die Gaszufuhr abstellen.

Die Stawag erklärten sich nach kurzer Zeit jedoch für nicht zuständig, als sich ein unterirdisches und übergelaufenes Regenrückhaltebecken am Hergelsmühlenweg als Ursache herausstellte, verantwortlich dafür: der Wasserverband Eifel-Rur. Erst als dessen Notmannschaft anrückte und die Schieber öffnete, zeichnete sich nach etwa drei Stunden Entspannung ab.

Die Bilanz um 21 Uhr: 30 vollgelaufene Keller, fünf Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehren Nord, Mitte, Haaren, Verlautenheide und Laurensberg im Dauereinsatz, bis zu 100.000 Euro Sachschaden.
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