Aachen - Rückendeckung für Frauen auf der Karriereleiter

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Rückendeckung für Frauen auf der Karriereleiter

Von: Nina Krüsmann
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Sie unterstützen tatkräftig die „Nürnberger Resolution” (von links): Martina Conventz, Daniela Lucke, Petra Kissroß, Marlies Diepelt, Susanne Fischer, Meral Avci und Daniela Jansen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. In den 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland beträgt die Frauenanteil in den Aufsichtsräten nur zehn Prozent, in den Vorständen sogar nur 2,5 Prozent. Daran etwas zu ändern, ist das erklärte Ziel der „Nürnberger Resolution”, die von der Aachener Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) der SPD Aachen auf breiter Front unterstützt wird.

„Bestimmte Themen haben keine Sommerpause”, betont Daniela Jansen, Vorsitzende der Aachener AsF. Mitten in der Innenstadt auf dem Holzgraben sammelte die Arbeitsgemeinschaft am Samstag Unterschriften zur Unterstützung der Resolution, die konkrete Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten und Führungspositionen fordert. „Das erledigt sich nicht von selbst, da müssen wir uns aktiv für einsetzen. Unser Ziel ist es, 500 Unterschriften zu sammeln und an Hannelore Kraft zu überreichen”, erklärt Jansen.

Mindestens 40 Prozent

Die im Oktober 2008 entstandene Resolution hat sich zum Ziel gesetzt, im Aktiengesetz festzulegen, dass die Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften bis zum Jahr 2013 mindestens zu 40 Prozent mit Frauen besetzt sein müssen. Zudem soll ein Gleichstellungsgesetz unter anderem zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen verabschiedet werden.

Unter dem Motto „Mehr Power auf dem Weg nach oben!” unterstützen auch viele Aachener Führungsfrauen, wie etwa Dr. Heike Wolf, SPD-Ratsfrau und Abteilungsleiterin Umwelt- und Strahlenschutz an der RWTH Aachen, das Anliegen. „An der RWTH herrscht extremer Frauenmangel, auch unter den Professoren. Da besteht Handlungsbedarf”, stellt Wolf fest.

„Die damals eingeführte Frauenquote in der SPD hat mir dabei geholfen, in der Kommunalpolitik Fuß zu fassen”, unterstrich Astrid Ströbele, ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Aachen, die Notwendigkeit, Frauen in ihren Ambitionen auf der Karriereleiter zu unterstützen. Eine Frauenquote von 40 Prozent gebe qualifizierten Frauen die nötige Rückendeckung. „Die Chance ist da und gemischte Teams sind sowieso besser”, betont Astrid Ströbele.

„Wir müssen immer wieder in der Öffentlichkeit werben, denn die Wirtschaft reagiert nicht von selbst”, betont Marlies Diepelt, ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der RWTH Aachen. Auf die Einsicht, dass Frauen auch angesichts des demografischen Wandels mehr denn je gebraucht werden, könne man nicht warten. „Das norwegische Modell und die Quote bei der Telekom haben gezeigt, wie groß der Erfolg der Bemühungen ausfällt.”
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