Rudolf Henke gehört weiterhin zu den Spitzenverdienern

Von: gei
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Freut sich über hohe Nebeneinkünfte: CDU-Abgeordneter Rudolf Henke. Foto: A. Herrmann
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Verzichtet weitgehend auf bezahlte Nebenjobs: SPD-Abgeordnete Ulla Schmidt. Foto: H. Krömer

Aachen. Der Aachener Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) gehört auch in der neuen Legislaturperiode mit seinen Nebenverdiensten zu den Top-Verdienern im Parlament. Nach Berechnungen des Internetblogs „abgeordnetenwatch.de“ hat er im vergangenen halben Jahr mindestens 73.500 Euro hinzuverdient.

Damit lässt der Ärztefunktionär Henke seine Aachener Bundestags-Kollegin Ulla Schmidt (SPD) und erst recht den Linken-Abgeordneten Andrej Hunko erneut mit deutlichem Abstand hinter sich. Während Hunko gar keine Nebeneinnahmen hat, belaufen sie sich bei Schmidt auf höchstens 3500 Euro.

Berechnungsgrundlage sind die am vergangenen Freitag im Internet veröffentlichten Zahlen der Bundestagsverwaltung. Erstmals müssen die Abgeordneten nun ihre Nebeneinkünfte differenziert in zehn Stufen angeben, was genauere Rückschlüsse auf die Höhe der Einnahmen ermöglicht. Henke hat demnach gleich vier Mal Einnahmen in der Stufe 3 (7001 bis 15.000 Euro) verbucht: Zahler sind das St. Antonius-Hospital Eschweiler, die Allianz Krankenversicherung, die Deutsche Ärzteversicherung und die Ärztekammer Nordrhein. In der Stufe 2 (3501 bis 7000 Euro) sind Einnahmen vom Marburger Bund veranschlagt, dessen Vorsitzender Henke ist.

Ulla Schmidt gibt Einnahmen der Stufe 1 (1000 bis 3500 Euro) als Beiratsmitglied der K&S Sozialbau AG an. Darüber hinaus sind bei ihr nur zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten verzeichnet.

Hunko geht eigenen Angaben zufolge keinen bezahlten Nebentätigkeiten nach und begnügt sich mit seiner Abgeordnetenentschädigung in Höhe von 8252 Euro und der Aufwandsentschädigung für Reisen, Büros, Druckkosten und ähnliches in Höhe von 4029 Euro monatlich.

Henke landete auch schon in der vergangenen Legislaturperiode unter den Top-Ten der Hinzuverdiener. Er hat dabei zwar die veröffentlichten Zahlen in Frage gestellt, sie aber auch nicht korrigiert. Als kritikwürdig empfindet er seine Nebenjobs nicht, da er seine parlamentarischen Pflichten nicht vernachlässige. Das Fachwissen mache ihn in Fragen der Gesundheitspolitik unabhängiger, ist er überzeugt.

Demgegenüber vertreten Organisationen wie Lobby-Control den Standpunkt, dass Abgeordnete grundsätzlich keine Hinzuverdienste haben dürften, da sie dadurch zu bezahlten Lobbyisten werden. Abgeordnete wie Hunko sind zudem überzeugt, dass sie einen Fulltime-Job ausfüllen, der gar keine Zeit für Nebentätigkeiten lasse.

Mangelhaften Einsatz kann man Henke im Bundestag indes nicht nachsagen: Nach einer Untersuchung von abgeordnetenwatch.de fehlte er zwischen 2009 und 2012 nur bei drei von 62 Abstimmungen. Schmidt verpasste in dieser Zeit sechs Abstimmungen, Hunko sieben.

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