Rotlichtsünder bleiben völlig unbehelligt
Täter abschrecken
Täter abschrecken, Kriminelle überführen: Das wollen die Ordnungshüter nun nach dramatisch gestiegenen Fallzahlen von Diebstahl und Körperverletzung mit Hilfe der Bosch-Sicherheitstechnik besser bewerkstelligen.
Vor zwei Flachbildschirmen neben dem Empfangscounter der Hauptwache Mariental wechseln sich 13 Polizisten im zweistündigen Rhythmus bei der Überwachung ab - und dies „zu geheimen Schwerpunktzeiten” zehn bis zwölf Stunden täglich. Drei Einsatzkräfte wurden deswegen zusätzlich in das Team von Andreas Bollenbach beordert.
Der Polizeioberrat erklärt, dass der Diensthabende auf seinem linken Bildschirm im „Splitscreen-Modus” alle fünf Kameraperspektiven im Kleinbildformat sehe. Per Mausklick und Joystick lässt sich jede dieser Perspektiven auf den rechten Monitor großformatig aufschalten.
Zudem sind die Kameras um 360 Grad schwenkbar und mit lichtstarken Zooms ausgerüstet. Gefunkt werden die Bilddaten nach Angaben des technischen Leiters Marcel Pauly erst von den Kamerasendern aufs Dach der Deutschen Bank und dann analog zur Antenne der Westwache Mariental.
Bei verdächtigen Handlungen alarmiert der Beamte hier am Bildschirm den Einsatzbearbeiter, der neben ihm in der Glaskabine sitzt. Dieser schickt die Streife zum Einsatzort.
Die Kameras filmen bei Bedarf mit 25 Bildern pro Sekunde - damit jedes Detail gestochen scharf ist. Nach 14 Tagen werden Aufnahmen, die man nicht zur Beweissicherung benötigt, automatisch digital überschrieben. Ins Visier nehmen die Polizeiobjektive Elisengarten, Friedrich-Wilhelm-Platz, Hartmannstraße, Elisabethstraße, Ursulinerstraße, Buchkremerstraße und Holzgraben.
„Theoretisch könnten wir von der Ecke Hartmann-/Ursulinerstraße auch auf den Münsterplatz und mit der Kamera an der Wirichsbongardstraße bis vors Stadttheater zoomen”, sagt Oelze. „Wir nutzen aber nicht alles, was technisch möglich wäre. Wir beschränken uns auf klar definierte Beobachtungsareale.” Dafür sorge die „digitale Verschattung”.
Alles, was privat ist - etwa anliegende Wohnungsfenster ab der 1. Etage - wird von der Kamera-Software mit schwarzer Fläche unkenntlich gemacht. Und: Wer bei Rot am Elisenbrunnen über die Ampel geht oder verbotswidrig mit dem Auto über den Friedrich-Wilhelm-Platz fährt, wird zwar gefilmt, aber nicht polizeilich behelligt. „Uns geht es nur um die Bekämpfung der Straßenkriminalität”, sagt Polizeioberrat Bollenbach.
Davon kann sich Sonntag, 28. September, von 11 bis 15 Uhr, jeder Bürger in der Kommandozentrale, Im Mariental 14, beim „Tag der offenen Tür” überzeugen.








