Rotary-Club: Tische als Teil des Benefizprojekts

Von: Martina Rippholz
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Benefizprojekt: FH Studenten b
Benefizprojekt: FH Studenten bauen multifunktionale Tischskulpturen, die am 27. November versteigert werden. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Anika Wübben stand vor zwei Problemen. Erstens: ein festes Material wie Holz in einen bewegten, dynamischen Zustand zu versetzen. Und zweitens: das Holz überhaupt erst zu bearbeiten. Denn mit Schreinern hatte Wübben bis dato so gar nichts zutun gehabt. Beides gelang aber letztlich.

Die Designstudentin schuf eine niedrige, weiß lackierte Skulptur mit einer sanft geschwungenen Oberfläche, in der Mitte hohl und mit braunem Stoff ausgekleidet. Schlicht, schön und mit der starken Anmutung eines Beistelltischchens. Damit hat Wübben die an sie gestellten Anforderungen bestens erfüllt.

Sie ist eine von 35 FH-Studenten unter Professor Rainer Plum, die in den vergangenen Monaten ihre Semesterarbeiten gefertigt haben. Eben jene Tischskulpturen, von denen jede auf eine andere Art und Weise das Thema Bewegung widerspiegelt. Doch die Arbeiten sind nicht nur Selbstzweck für das Studium. Sie sind auch Teil eines Benefiz-Projekts. Das hat der Rotary Club Aachen-Charlemagne vor drei Jahren ins Leben gerufen. Der Club finanziert die Materialien, die die Studenten für ihre Arbeiten brauchen. Die Studis wiederum designen Ungewöhnliches. Und diese Unikate werden schließlich für den guten Zweck versteigert.

Zum Teil gingen die Designstücke der letzten Jahre für über 2000 Euro an den Mann - kreative Stühle und kinetische Leuchten waren 2009 und 2010 realisiert worden. Diesmal sind es multifunktionale Tischskulpturen.

Auch Christina Alers hat sich dem Material Holz angenommen. Allerdings hat es bei ihr den ursprünglichen Charakter behalten. Ein massiver Baumstamm wurde in Scheiben zersägt. Die einzelnen Teile lassen sich wie rustikale Tischplatten nach außen drehen. „Die Natur und auch Holz sind immer in Bewegung. Das war meine Ausgangsbasis”, erklärt Alert. Einen spielerischen Ansatz hat dagegen Michelle Jägers gefunden. Ihre Skulptur besteht aus vielen dünnen Drahtelementen, die sich zu einem wirren Stangenobjekt zusammenfügen. Eingearbeitet sind an verschiedenen Stellen bunte Platten. Jägers: „Man kann die Skulptur drehen und wenden. Immer ist eine andere Platte oben in der Waagerechten und kann so als Ablagefläche dienen.”

Gisela Engeln-Müllgens ist begeistert von der Vielfalt der bewegten Tische. „Es ist bewundernswert, wie unterschiedlich die Ergebnisse sind, obwohl alle gemeinsam in einem Seminar saßen”, sagt die ehemalige FH-Prorektorin, die sich im Rotary-Club Aachen-Charlemagne für den Berufsdienst engagiert.

Dass tatsächlich kein Tisch dem anderen gleicht, ist Professor Plums großes Anliegen. „Die Studenten waren bis auf die Themenvorgabe völlig frei in ihre Gestaltung. Sie sollen ausprobieren, um nach und nach einen eigenen, individuellen Stil zu finden.”

Wie der genau aussieht kann der angehende Designer Mathis Kretschmann jetzt noch nicht sagen. Aber er ist dankbar über die Möglichkeit, die ihm das Projekt geboten hat. „Durch den Rotary Club musste man sich keine Gedanken über die Finanzierung machen. Das machte es einem leichter, auch mal etwas zu versuchen, was nicht auf Anhieb klappt.” Ausprobieren, lernen, etwas wagen: All das haben die 35 Design-Studenten getan. Die Ergebnisse sind in wenigen Wochen im Zinkhütter Hof in Stolberg zu sehen.

Die multifunktionalen Tischskulpturen der Aachener Designstudenten werden am Sonntag, 27. November, ab 12 Uhr im Museum Zinkhütter Hof, Cockerillstraße, 90 in Stolberg versteigert. Auktionator ist Journalist Ralf Raspe. Der gesamte Erlös fließt in Bildungsprojekte für Aachener Jugendliche. Zuvor können die Skulpturen ab Mittwoch, 23. November, besichtigt werden. Öffnungszeiten sind mittwochs, donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags ab 10 Uhr. Es wird einen begleitenden Katalog geben.

Organisiert und finanziert werden Aktion und Ausstellung vom Rotary Club Aachen-Charlemagne. Er stellte den Studenten für Entwurf und Umsetzung ihrer Objekte 6000 Euro zur Verfügung. Außerdem spendet er Preisgelder für die drei Siegerarbeiten. Sie werden am 27. November um 14.45 Uhr prämiert.
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