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Rosenmontag: Stadtteilprinzen inkognito im Zug

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Wenn der Richtericher Prinz Patrick I. am Rosenmontagszug teilnehmen will, muss er das auf dem Prinzenwagen prangende „Prinz Patrick I. & Hofstaat“ abdecken. Sonst wird er ausgeschlossen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Krach ist programmiert, ausgetragen wird er jedoch erst im Juni oder Juli bei der ordentlichen Hauptversammlung des Festausschusses Aachener Karneval (AAK). Knapp vier Wochen vor Rosenmontag wurden die Prinzengarde Brander Stiere, die Richtericher Koe Jonge und die KG Grün-Weiss Lichtenbusch von AAK-Präsident Wilm Lürken per E-Mail darauf hingewiesen, dass der Brander Stadtteilprinz Walter II. und der Richtericher Volksprinz Patrick I. sowie das Lichtenbuscher Dreigestirn im Rosenmontagszug ihre Prunkwagen als solche unkenntlich machen müssen.

„Das ist eine Regelung aus dem Jahr 2004“, sagt Wilm Lürken. „Es dürfte doch wohl kein Problem sein, mit einem Banner den Prinzennamen, der auf dem jeweiligen Wagen angebracht ist, kurzfristig abzudecken“, weist der AAK-Präsident jede Kritik zurück. Lürken begründet seine Entscheidung, die er sich dem Vernehmen nach auf der Vorstandssitzung des AAK am Montagabend hat bestätigen lassen, mit den Worten: „Es gibt in Aachen nur einen Prinzen.“

Er weist darauf hin, dass neun Jahre lang die Bestimmung aufgeweicht worden sei, „aber das ändert ja nichts am Beschluss“. Lürken glaubt, dass viele auswärtige Gäste, die am Rand des Rosenmontagszugs stehen, nach Hause gehen, sobald der erste Stadtteilprinz vorbeigefahren ist, weil sie denken, der Zug sei bereits zu Ende. „Die Leute bekommen dann den Aachener Karnevalsprinzen nicht zu sehen, denn der kommt ja bekanntlich ganz zuletzt.“

Das sehen der Kommandant der Prinzengarde Brander Stiere und der Vorsitzende der Richtericher Koe Jonge anders. Stiere-Kommandant Bernd Etschenberg: „Bei 150 bis 160 Zugnummern ist es doch eine angenehme Unterbrechung, wenn alle 50 Nummern ein Stadtteilprinz vorbeizieht, ich kann nicht glauben, dass auswärtige Besucher das nicht erkennen. Die Entscheidung ist meiner Ansicht nach halsstarrig.“

Etschenberg weiß, dass sich auch die Stadtteilprinzen auf die Teilnahme am Rosenmontagszug freuen. Sie hätten schließlich eigens das Wurfmaterial dafür gekauft. Der Brander Bürgerprinz und sein Hofstaat haben nach Angaben von Hofstaatsmitglied Leo Pennings dafür aus eigener Tasche 10 000 Euro ausgegeben und die Zugmaschine für den Prunkwagen bestellt. „Und nun das“, schüttelt Etschenberg den Kopf.

Ihm ist auch keine Bestimmung aus dem Jahr 2004 bekannt. „Vor zehn Jahren war ich selbst Brander Bürgerprinz. Zwar durfte ich nach der Aachener Prinzenproklamation als bereits proklamierter Prinz nicht im Ornat am Aachener Prinzen vorbeimarschieren, sondern musste einen schwarzen Anzug anziehen. Aber dann haben wir uns für den Rosenmontagszug mit dem AAK-Vorstand darauf geeinigt, dass ich im vollen Ornat auf dem erkennbaren Prunkwagen fahren durfte. Nur meine Federn durfte ich nicht an die Mütze stecken“, erzählt Etschenberg belustigt lächelnd.

„Aber wir wollen kein Fass aufmachen, wir halten uns an die Anordnung“, sagt Etschenberg: „Wir haben das Thema auf die Tagesordnung der Hauptversammlung des AAK setzen lassen. Dort werden wir das ausgiebig diskutieren.“

Gleichermaßen haben sich auch die Lichtenbuscher Narren und die Richtericher Koe Jonge entschieden. Karl Krichel, Vorsitzender der Koe Jonge und jeckes Richtericher Urgestein, ärgert sich dennoch über diese „diktatorische Anweisung des AAK-Präsidenten Wilm Lürken“.

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