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Rosenmontag 2011: Strenge Auflagen für den Zug

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Massen säumen den Zugweg am Karnevalssonntag und noch mehr Menschen am Rosenmontag. Die Stadt, der AAK und die Polizei werden alles tun, um die Sicherheit der Menschen am Straßenrand und in den Zügen zu gewährleisten. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Sicherheitskonzepte für den Kinderzug und den Rosenmontagszug stellen die Verantwortlichen vom Ausschuss Aachener Karneval (AAK) vor neue Aufgaben. Denn das Landesinnenministerium hat einen Erlass herausgegeben, wonach bei solchen Großereignissen bestimmte Auflagen erfüllt werden müssen.

Damit zog Innenminister Ralf Jäger Konsequenzen aus der Katastrophe bei der Loveparade, wo am 24. Juli vergangenen Jahres bei einer Massenpanik in Duisburg 21 Menschen ums Leben kamen und hunderte schwer verletzt wurden. Eine Wiederholung soll mit allen Kräften vermieden werden.

Noch ist nichts genehmigt

„Zurzeit sind weder der Rosenmontagszug noch der Kinderzug genehmigt”, sagen Rosenmontagszugleiter Günter Hintzen und Frank Prömpeler (verantwortlich für den Kinderzug). Die Genehmigung sei allerdings nur noch eine Formsache. Hintzen: „Noch in dieser Woche werden wir unser Sicherheitskonzept bei der Stadt einreichen.” Viele Gespräche seien geführt worden, sowohl untereinander im AAK (Ausschuss Aachener Karneval) als auch mit der Stadt, der Polizei, der Feuerwehr und den Sanitätsdiensten.

Eine Sicherheitsfirma ist derzeit damit beschäftigt, alles, was berücksichtigt werden muss, in einer Gesamtübersicht zusammenzutragen. „Wir hatten in Aachen immer ein hohes Sicherheitsniveau”, weiß Prömpeler, jetzt müsse nur noch alles schriftlich fixiert werden. „Die Einsatzkräfte werden gebündelt. Ab sofort weiß jeder, was auch die anderen im Falle eines Falles tun werden”, erläutert Wolfgang Sanders vom Ordnungsamt.

Sperren und Ordner

In verschiedene Kapitel ist das Konzept unterteilt. So gehören etwa zum Verkehrskonzept die Pläne, welche Straßen gesperrt werden müssen, an welchen Stellen Verkehrskadetten eingesetzt werden und wo die Verkehrsleitstelle zu finden ist. Das Sanitätskonzept regelt die Arbeit innerhalb der verschiedenen Hilfsdienste - am Karnevalssonntag ist der Malteser Hilfsdienst (MHD) dran, am Rosenmontag übernimmt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Federführung, es arbeiten auch die Johanniter Unfallhilfe und der MHD mit.

Es wird sichergestellt, dass genügend Personal vorhanden ist und die Standorte der Rettungswagen zugänglich sind. „Dann gibt es den Ordnungsdienst, da arbeiten die vom AAK beauftrage Sicherheitsfirma und die Polizei ganz eng zusammen. So wird die engagierte Firma 50 Ordnungsleute an den Straßensperren bereitstellen”, erläutert Hintzen. Aber auch Freiwillige werden im Einsatz sein. Nach Hintzens Angaben halten sich allein zehn Ordner mit auffälliger AAK-Weste zwischen Kaiserplatz und Normaluhr auf. „Die Einmündung Wilhelmstraße/Theaterstraße ist ein besonders gefährlicher und auch mit vielen Menschen bestückter Bereich”, weiß Prömpeler.

Nüchterne Wagenbegleiter

Der AAK als verantwortlicher Veranstalter der beiden Umzüge muss auch schriftlich niederlegen, wie die Kommunikationswege laufen. „Als Zugleiter sind wir auf jeden Fall erreichbar”, sagen Günter Hintzen und Frank Prömpeler. Erstmals richtet die Feuerwehr eine Leitstelle auf dem Markt ein. Dort wechseln sich Hintzen (am Karnevalssonntag) und Prömpeler (am Rosenmontag) als weisungsberechtigte Personen ab. Notfalls dürfen die beiden nämlich den jeweiligen Zug abbrechen.

„Der TÜV Rheinland hat die Karnevalswagen schon abgenommen. Da sind wir führend im Rheinland”, betont Hintzen. Auch bei den Wagenbegleitern seien die Öcher Spitzenklasse. „Die Wagenbegleiter stellt der Verein, sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Während des Zuges und vorher dürfen sie keinen Tropfen Alkohol zu sich nehmen”, erklärt Hintzen. Vier bis sechs Begleiter muss ein Wagen haben, je nach Länge.

Vielen Karnevalsgesellschaften sei mittlerweile das Risiko für die Mitglieder zu groß, deshalb würden auch immer mehr Sicherheitsfirmen mit der Wagenbegleitung beauftragt. „Diesmal werden wir zu Beginn des Zuges verstärkt kontrollieren, ob alle Auflagen eingehalten werden. Wenn nicht, ist der Umzug schon vorbei, ehe er überhaupt begonnen hat.”
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