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„Rock gegen Rechts” nun endgültig abgesagt

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Was sich schon andeutete, wurde am Dienstag Gewissheit: Das Konzert „Rock gegen Rechts”, das für den 27. August im Brander Ellerhof geplant war, wird nach dem „feigen Terroranschlag vom 15. August” abgesagt, teilte Clubmanager Manfred Engelhardt nach Rücksprache mit dem Präsidium in einer Pressekonferenz mit.

Man sorge sich um die Sicherheit der Besucher, weniger während des Konzertes, wo Security eingeplant war, sondern mehr auf dem Hin- und Heimweg. Dennoch sei das kein Weichen vor braunen Aktionen, betonte der bekannte Alt-Linke ausdrücklich: „ Wir lassen uns nicht kleinkriegen.” Das Präsidium ruft zu allen legalen Aktionen gegen Neonazis auf, etwa am Antikriegstag am 1. September.

Er bedankte sich für die vielen Zeichen der Solidarität, die ihn erreicht hätte, allein 186 Bekundungen auf der Webseite des Rolling Stones-Clubs Aachen/Stolberg. Gar in Tränen brach Engelhardt aus, als er erzählte, dass eine Nachbarsfamilie ihn und seine Frau, die einen Schock erlitten habe, am Tag nach der Attacke bekocht habe. In der Nacht zum Montag war, wie berichtet, gegen 3.40 Uhr vor dem Haus des Vorruheständlers an der Freunder Landstraße der Pkw seines im Erdgeschoss wohnenden Mieters in Brand gesteckt worden, außerdem wurden mehrere Farbbeutel auf die Ziegelstein-Fassade geworfen. Engelhardt hofft nun, dass sich Augenzeugen melden, etwa der Pkw-Fahrer, der Polizei und Feuerwehr verständigt hatte.

Auf Verständnis gestoßen ist die Absage-Entscheidung auch beim Arbeitskreis Gewerkschafter Aachen und den betroffenen Bands sowie dem Betreiber des Ellerhofs. Bereits gekaufte Tickets können an den Vorverkaufsstellen wieder eingelöst werden oder bis zum nächsten Konzert des Stones-Clubs verwahrt werden.

Tiefe Betroffenheit herrscht im Studentenwerk, in dem Engelhardt 33 Jahre lang Personalratsvorsitzender war, berichtet Christian Sprecher der Verdi-Vertrauensleute. Für ihn trägt der Anschlag die Handschrift der Kameradschaft Aachener Land.
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