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Riesenapplaus für den neuen Alemannia-Präsidenten Meino Heyen

Von: Achim Kaiser
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Wenn die Alemannia ins Eurogre
Wenn die Alemannia ins Eurogress lädt, wird es meistens spät. So war es auch gestern Abend, als die Mitglieder nach vierstündiger Versammlung Meino Heyen (2.von links) zum Nachfolger des scheidenden Präsidenten Alfred Nachtsheim wählten. Mit ihm gewählt wurden die Beisitzer Stephan Grießer und Christoph Terbrack, Vizepräsident Helmut Kutsch sowie Schatzmeister Oliver Laven (von links). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es blieb insgesamt ruhig bei der mit 451 Mitgliedern schwach besuchten Jahreshauptversammlung der Alemannia. Riesenapplaus brandete erst nach annähernd vier Stunden auf, als Michel Pfeiffer zum Ehrenmitglied und Unternehmer Meino Heyen mit 321 Stimmen für die nächsten zwei Jahre zum Alemannia-Präsidenten gewählt worden waren.

Ihm folgten Vizepräsident Helmut Kutsch (362), Schatzmeister Oliver Laven (260) sowie die beiden Beisitzer Christoph Terbrack (266) und Stephan Grießer (344).

„Ich möchte die Dinge, die ich bei der Alemannia begonnen habe, erfolgreich weiterführen”, sagte Heyen, der bereits Aufsichtsratsvorsitzender der Alemannia ist, nach seiner Wahl zum Präsidenten.

Zuvor hatte Sportdirektor Erik Meijer für einen Eklat gesorgt. Der Niederländer zeigte sich angesichts der dramatischen sportlichen Lage zwar einerseits selbstkritisch („Ich habe keine gute Arbeit geleistet”), holte dann aber zu einem persönlichen Rundumschlag aus: „Ich akzeptiere Kritik, aber nicht von Aufsichtsratsmitglied Horst Rambau, der mir ein Messer in den Rücken gestochen hat.”

Unter dem Beifall der Mitglieder attackierte der frühere Angreifer in einer Art Hasstirade auch die beiden Tageszeitungen, von denen er sich falsch behandelt fühlte. Der Frage, ob er auch in der dritten Liga weitermachen würde, wich Meijer aus: „Da müsste ich mein Herz fragen und noch mal eine Nacht drüber schlafen.”

Weniger Applaus erhielt GmbH- Geschäftsführer Frithjof Kraemer, dessen Arbeit von einigen Mitgliedern in Frage gestellt wurde. Denn die Alemannia GmbH verbuchte bei Gesamtaufwendungen um 25 Millionen Euro, davon 7,75 Millionen Euro in dieser Saison für den Profikader, einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 695 000 Euro.

Verein ist gesund

Immerhin steht der Verein Alemannia auf gesunden Füßen. Der auch aus seinem Amt geschiedene Schatzmeister Karl-Theo Strepp konnte positive Zahlen präsentieren: Die Umsatzerlöse lagen im vergangenen Jahr bei 998 000 Euro, das führte letztlich zu einem Jahresüberschuss in Höhe von 13 000 Euro.

Damit hat die Alemannia für 2012 ein „Vermögen” in Höhe von 50 000 Euro aus Mitgliedsbeiträgen und Sponsorengeldern erwirtschaftet. Kein Wunder also, dass sowohl Präsidium als auch Verwaltungsrat mit großer Mehrheit entlastet wurden.

Der scheidende Präsident Alfred Nachtsheim skizzierte in seiner Abschiedsrede einige „Meilensteine” seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit. Dabei nannte er unter anderem die Installation des Geschäftsführers Sport, Erik Meijer, das neue „alte” Vereinswappen und die neue Satzung.

Auch aufgrund einer statistischen Bereinigung sei die Mitgliederzahl während seiner Amtszeit auf 8783 gesunken. Nachtsheim appellierte aber auch an die zerstrittenen Fangruppierungen, aufeinander zuzugehen und betonte ausdrücklich: „Die braune Brut darf keine Chance haben. Für Nazis ist bei der Alemannia und in der Stadt Aachen kein Platz.”

Ein Lebenszeichen von den Profikickern gab es gestern Abend auch noch: Per Videobotschaft warben Trainer Friedhelm Funkel, Kapitän Benjamin Auer und Abwehrrecke Thomas Stehle um Verständnis, dass die Mannschaftnicht anwesend sein konnte.

Aus dem Trainingslager in Genk rief Funkel die Mitglieder auf, am heutigen Freitagabend zum Tivoli zu pilgern: „Wir brauchen gegen Dresden eure Unterstützung und hoffen, dass ihr uns alle unterstützt in dieser schwierigen Situation.”

Das Spiel auf dem Tivoli beginnt heute um 18 Uhr.

Ehrungen für langjährige Vereinstreue

Ehrenpräsident Leo Führen ehrte für 25-jährige Mitgliedschaft Inge Ungermann, Hans-Jürgen Baum, Markus Brüsseler, Leopold Chalupa, Dieter Henseler, Stefan Marczok-Falter, Hermann Schmitz, Andreas Soiron und Rainer Zimmermann.

Zur 40-jährigen Mitgliedschaft gratulierte Alemannias Ehrenpräsident Günter Franken, Wolfgang Frings, Jost Nobis und Achim Nolte.

Die Mitglieder, die länger als 50 Jahre im Verein sind, werden beim letzen Heimspiel der Saison, am 29. April gegen den Karlsruher SC, geehrt.

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