Richtericher Dell: Vorabprüfen die Archäologen

Von: Werner Breuer
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Erste Bagger im künftigen Wohngebiet: Bevor dort einmal rund 900 Wohneinheiten entstehen, untersuchen Archäologen das Areal nach möglichen Bodenfunden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sieht aus wie Bautätigkeit, ist es aber nicht: Wenn im künftigen Wohngebiet Richtericher Dell gebaggert wird, bedeutet das keineswegs, dass dort schon die Baugruben ausgehoben werden. Die Buddelei in dem Bereich, wo dereinst an die 900 Wohneinheiten entstehen sollen, gehört allerdings zu den Vorarbeiten: Die Archäologen checken gerade den Untergrund.

Das heiße nicht, dass sie dort in besonders freudiger Erwartung in der Erde herumstochern und sich wer weiß was versprechen. „Es gibt keine konkreten Hinweise“, erklärt Axel Costard vom städtischen Presseamt, „das ist eine routinemäßige Untersuchung.“

Solche Gewohnheit macht Sinn in Aachen, wo immer wieder bei Bauarbeiten Überbleibsel vergangener Epochen auftauchen – und dann für Verzögerungen sorgen. Die Verwaltung selbst kann ein Lied davon singen, so wurde etwa der Umbau der Kita Bergstraße durch archäologische Funde arg entschleunigt.

Auch am Neuenhofer Weg sind die Archäologen im Einsatz, dort soll die Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uniklinikums erweitert werden. Reste des mittelalterlichen Dörfchen Baenlä kommen dort nicht ganz unerwartet.

„Prospektion“

Am Rande von Richterich gehen die Archäologen jedoch keinen Vermutungen nach, sondern widmen sich nach einer ersten Sichtung – Fachleute nennen das lieber „Prospektion“ – nun zwei Konzentrationsflächen. Westlich und demnächst auch östlich des Weinwegs werden „Schnitte“ vorgenommen und das Erdreich genauer untersucht.

Damit kommt die Stadt potenziellen Häuslebauern entgegen. „Es geht darum, das Risiko möglicher Funde zu ermitteln“, erklärt Costard. Sollten bei den Bauarbeiten Relikte alter Zeiten zutage treten, müssten die Bauherren dann doch archäologische Gutachten und Untersuchungen in Auftrag geben. „Das können wir den Leuten nicht abnehmen“, so Costard, „aber wir können schon mal vorher nachschauen.“ Ein Schutz vor Überraschungen sei das natürlich nicht.

Zum Schutz vor echten Knallern wird aber die Arbeit der Archäologen von Kampfmittelräumern begleitet. In diesem Bereich gab es im Zweiten Weltkrieg einen Panzergraben, explosive Hinterlassenschaften könnten noch im Boden stecken. Mit Metalldetektoren wird derzeit danach gesucht.

In zwei Wochen sollen die Arbeiten beendet sein.

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